
Die Laufbahnabsolventen, die erfolgreich ihre Laufbahnprüfung für den mittleren Polizeivollzugsdienst abgelegt haben, schwören die Eidesformel. Fotos: BeDo/Licht
Bad Bergzabern: „Ein schwere Aufgabe, die enorm viel Kraft und und Belastbarkeit erfordert, aber interessant und nicht alltäglich ist“ – so beschrieb Polizeidirektor Hans-Josef Roth den frisch gebackenen Polizeimeistern, die im Haus des Gastes ihren Eid ablegten, die Anforderungen des Polizeiberufs.
85 junge Beamte des Mittleren Dienstes waren nach zweieinhalbjähriger Ausbildung angetreten, um in einem feierlichen Akt zu schwören, „das übertragene Amt nach bestem Wissen und Können zu verwalten, die deutsche Verfassung und Gesetze zu befolgen und verteidigen, die Pflichten gewissenhaft zu erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann zu üben.“
Roth sagte in seiner Ansprache, angesichts der zunehmenden Gewaltbereitschaft würde umso mehr eine durchsetzungsfähige und effiziente Polizei gebraucht. Polizisten würden oftmals grundlos beleidigt, missachtet, bespuckt, als Bastarde beschimpft und seien vielerorts tätlichen Angriffen ausgesetzt.
Am häufigsten geschieht das bei Fußballspielen, bei denen immer öfter die Bundespolizei gebraucht wird, um Ordnung zu wahren. Auch bei Castor-Transporten, Demonstrationen, an Bahnhöfen, auf Flughäfen, an den Schengengrenzen, zur Unterstützung der Polizeien der Bundesländer, des Bundeskriminalamts und bei Auslandsmissionen werden die Beamten eingesetzt – bei immer geringerer finanzieller Unterstützung des Bundes. Dennoch: „Wir sind mit allen Führungs- und Einsatzmitteln auf dem neuesten Stand“, betonte Roth. „Wir leisten unseren Beitrag im ganzen Land.“
Der Polizeidirektor legte den Beamten ans Herz, sich so schnell als möglich soziale Kontakte aufzubauen – viele der Polizisten sind aus ganz Deutschland nach Bad Bergzabern gekommen und noch fremd in der Region.
„Respekt und Hochachtung“
Eine deutliches Wort sprach auch Stadtbürgermeister Harald Bratz. Er versicherte den jungen Beamten seinen allergrößten Respekt für ihre künftige Arbeit, bei der sie manchmal ungefiltert Frechheiten und Missachtung ausgesetzt sein würden.
Die Politik müsse sich fragen, wie sie mit der Menschenwürde eines Polizisten umginge – die Beamten wären diejenigen, die die Folgen falscher Gesellschaftspolitik zu spüren bekämen. Bratz nahm kein Blatt vor den Mund und nannte Claudia Roth, die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, eine Person, die sich besonders hervor tue, wenn es darum ginge, gegen die Polizei zu wettern.
Auch die Linke blieb nicht verschont: „Die Partei will das Pfefferspray verbieten. Es könnte ja ein bisschen weh tun“, sagte Bratz. Der Bad Bergzaberner Bürgermeister geißelte ebenso die Diskussion um die Kennzeichnungspflicht für Polizisten: „Damit der Vermummte auch gleich weiß, wen er vor sich hat.“
Zudem bräuchte die Polizei mehr Geld und Personal, es geschehe jedoch genau das Gegenteil, mahnte Bratz. Aus der Politik seien sogar Vorschläge gekommen, die Polizisten mögen sich öffentlicher Verkehrsmittel bedienen. „Von Seiten der Bevölkerung und von mir ist Ihnen Hochachtung und Wertschätzung gewiss“, schloss Bratz seine Ansprache.
Verbandsbürgermeister Herrmann Bohrer begrüßte die neuen Polizeimeister, auch im Namen von Landrätin Theresia Riedmaier, in der Verbandsgemeinde und im Kreis Südliche Weinstraße und legte die Schönheiten der Region nahe. Bohrer dankte den Beamten für den Dienst an der Bundesrepublik Deutschland und für den Schutz der Menschen im Land.
Für den eigentlichen Akt der Vereidigung rief Polizeirat Dr. Alexander Hofsommer die Fahnenabordnung und die Eid-Abordnung auf die Bühne. Für die musikalische Begleitung sorgte das Bundespolizeiorchester München. (cli)
Information: Angriffe auf PVB im Jahr 2012
– 416 – Angriffe auf Polizeibeamte der Bundesbereitschaftspolizei bundesweit, davon – 98 – Leichtverletzte und -1- Schwerverletzter Beamter.
Ca. 80 Prozent der Angriffe, also etwa – 330 – an der Zahl, erfolgten von gewalttätigen Fußballfans. Für den Bereich meiner Dienststelle, der Bundespolizeiabteilung Bad Bergzabern, waren dies
– 28 – Angriffe auf Polizeibeamte, davon
– 4 – Leichtverletzte.
– 22 – der insgesamt – 28 – Angriffe waren Angriffe von gewaltbereiten Fußballfans. Auch das entspricht in etwa 80 Prozent.

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