Donnerstag 10.September 2026

Auszeichnung Zeiskams als KuLaDig-Modellkommune: Lebenswege der Geschichte

3. September 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional, Regional

Florian Weber und Christine Brehm vom KuLaDig-Kompetenzzentrum, Komiteemitglieder Hartwig Humbert und Ortsbürgermeisterin Susanne Lechner, Kulturstaatssekretärin Vanessa Fischer, Komiteemitglied Karl Guth sowie Prof. Dr. Hannes Kopf, Präsident der SGD Süd Prof. Dr. Hannes Kopf (von links nach rechts). Es fehlen die Komiteemitglieder Dr. Britta Jung und Peter Herzog.
Quelle: KuLaDig

Nierstein / Zeiskam. Eingeladen zum KuLaDig-Netzwerktreffen 2026 im Weingut Raddeck in Nierstein hatte das KuLaDig-Kompetenzzentrum der SGD Süd und über 100 Teilnehmer sind der Einladung gefolgt.

Höhepunkt des Treffens war die Übergabe der Auszeichnungen an 8 Modellkommunen des Jahres 2025/26 durch Staatssekretärin Vanessa Fischer aus dem Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen neben der Vorstellung der Einzelprojekte Vorträge zu den Möglichkeiten der Digitalisierung kultureller und touristischer Objekte. Zudem hatte die Tagung den Schwerpunkt des Weinbaus als Kulturlandschaft.

Zeiskam hat sich unter dem vorgegebenen Thema „Lebenswege der Geschichte“ in der Dorfhistorie auf Spurensuche begeben.

In einem Komitee von Ehrenamtlichen entstanden 21 Berichte über Zeiskamer Bürger vom Mittelalter bis Ende des 20. Jahrhunderts.

Neben der Sage von der Fuchsbachentstehung und Ereignissen in der ehemaligen Johanniterkomturei Heimbach sind nun Geschehnisse um Zeiskamer, die in französischen Diensten tätig waren oder in der „Neuen Welt“ Karriere machten, online zugänglich.

Aus dem traurigen Kapitel der NS-Zeit werden die Biografie eines überzeugten Parteigängers, aber auch die Schicksale von Euthanasie- und KZ-Opfern dargestellt. Die Tätigkeit der in der Landwirtschaft so wichtigen Tagelöhner, ein Missionar im damaligen Deutsch-Südwest-Afrika und eine verdiente Organistin finden in den Objekten ebenfalls Gehör. Angesiedelt werden die Biografien bei Gebäuden im Dorf, deren Erscheinungsbild in ihrer früheren Form teilweise für die Präsentation erst durch KI wieder sichtbar gemacht wurde.

Das rheinland-pfälzische KuLaDig-Projekt, das durch das Institut für Kulturwissenschaft der Universität Koblenz unterstützt wird, hat sich der Kulturgeschichte „von unten“ und der „Bürgerwissenschaft“ verschrieben und möchte die Ergebnisse multimedial darstellen.

Neben der Projekt-Website wird sich nun das historische Komitee mit weiteren Darstellungsmöglichkeiten historischer Objekte in Zeiskam beschäftigen. Es geht darum, wie Geschichte und Geschichten in unterschiedlichen Formaten zugänglich gemacht werden können, darunter auch mehrere Videos und Interviews mit Zeitzeugen. Auch die Verknüpfung mit den für das Dorfjubiläum entwickelten Podcasts ist noch herzustellen.

Das Team um Ortsbürgermeisterin Susanne Lechner will sich weiter darin engagieren, das kulturelle Erbe Zeiskams und seine Geschichte für heutige Interessierte und für kommende Generationen darzustellen.

Alle Akteure der acht ausgezeichneten Modellkommunen.
Quelle: KuLaDig

 

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