Montag 12.Oktober 2026

Asylverfahren: Bamf prüft Flüchtlingsstatus seltener – deutlich weniger Widerrufsprüfungen

20. September 2025 | Kategorie: Nachrichten, Politik

Foto: dts Nachrichtenagentur

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat im Jahr 2025 deutlich weniger Widerrufsprüfungen eingeleitet als noch vor wenigen Jahren.

Widerrufsprüfungen sind Nachkontrollen des Bamf. Dabei wird überprüft, ob Menschen, die in Deutschland als Flüchtlinge anerkannt wurden, ihren Schutzstatus weiterhin benötigen oder ob sich die Umstände geändert haben.

Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ wurden von Januar bis August dieses Jahres rund 16.000 neue Verfahren gestartet und knapp 34.000 abgeschlossen. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 waren es noch 117.000 neue Verfahren. Besonders häufig betroffen von diesen Prüfungen waren Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak.

In 31.992 Fällen bestätigte das Bamf den bestehenden Schutzstatus, in 1.823 Fällen führte die Prüfung zu einem Widerruf oder einer Rücknahme des Schutzes.

Eine detaillierte Erklärung, warum einzelne Verfahren eröffnet werden, gibt die Behörde nicht. Das Bamf betont, dass die Lebensgeschichten der Schutzsuchenden so individuell und komplex seien, dass sie nicht einfach in standardisierte Kategorien einzuordnen sind. Deshalb wird auch keine Statistik geführt darüber, ob bestimmte Faktoren – wie Heimatreisen, begangene Straftaten oder Hinweise von Sicherheitsbehörden – eine Rolle bei den Widerrufsprüfungen spielen.

Laut Angaben des Bundesinnenministeriums können vor allem Heimatreisen den Flüchtlingsstatus infrage stellen. Gesetzlich gilt: Schutz besteht nicht mehr, wenn Betroffene in ihr Herkunftsland zurückkehren. Ob eine Rückkehr tatsächlich zu einem Widerrufsverfahren führt, entscheidet das Bamf im Einzelfall.

Wie häufig Reisen tatsächlich dazu geführt haben, dass der Schutzstatus entzogen wurde, wird nicht erfasst. Zum Beispiel sind seit dem Sturz des Assad-Regimes Hunderttausende Syrer aus der Türkei in ihr Heimatland zurückgekehrt; aus Deutschland nahmen bisher lediglich rund 1.900 Syrer an einem Förderprogramm zur Rückkehr teil. (dts Nachrichtenagentur / red)

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