
Foto: dts nachrichtenagentur
Berlin – Für ARD-Moderatorin Anne Will ist der Verzicht auf Studio-Publikum eine der größten Veränderungen der Produktionsbedingungen infolge der Coronakrise.
„Natürlich ist die Atmosphäre eine andere, wenn unmittelbare Reaktionen aus dem Studiopublikum fehlen“, sagte die Moderatorin dem Nachrichtenportal Watson.
Für sie als Moderatorin sei es außerdem schwierig, die zugeschalteten Gäste in die Diskussionsrunde miteinzubeziehen. „Eindeutige Gesten wie eine veränderte Körperhaltung oder ein Blickkontakt fallen ja weg, mit denen sich Gäste sonst bemerkbar machen, wenn sie sich in die Debatte einschalten wollen. Im Moment geht es aber nicht anders“, sagte Will.
Deshalb sei man den Gästen „sehr dankbar“, dass sie sich trotz „etwas erschwerter“ Bedingungen darauf einlassen. Frank Plasberg, Moderator der ARD-Talkshow „Hart aber Fair“, vermisst den persönlichen Kontakt mit den Gästen: „Für eine Talkrunde ist Distanz extrem belastend. Für die Gäste untereinander, abe r auch für mich als Moderator. Unser Gast links außen in der Runde ist 6,80 Meter von mir weg.
Da ein Kraftfeld aufzubauen, Strukturen zu halten, ist enorm anstrengend“, sagte er. Insbesondere nach der Sendung seien die Veränderungen spürbar: „Wirklich traurig sind die Minuten, nachdem das Rotlicht ausgeht. Ein schnelles ‚Auf Wiedersehen‘ und dann geht jeder – mit Abstand – seiner Wege. Kein Ausdampfen, kein Nachgespräch, nichts“, so der Moderator weiter. Maybrit Illner bedauert, dass das Studiopublikum in Corona-Zeiten fehlt.
„Das verändert die Reaktion der Gesprächsgäste, die ganze Atmosphäre“, sagte die ZDF-Talkerin dem Nachrichtenportal Watson. Auch seien die technischen Bedingungen andere. Es sei nur die Hälfte des technischen Personals im Studio. „Die anderen Kollegen arbeiten uns von außen zu. Da fühlt man sich schon manchmal wie im Raumschiff von Major Tom, dank `ground control` aber nicht völlig losgelöst“, so Illner.
Auch sie muss sich an die neue Situation gewöhnen: „Größerer Abstand, und dazu die geschalteten Gäste, manchmal über die ganze Sendung. Wie spaßig das ist, wissen alle, die jetzt `Homeoffice` machen und an Video-Konferenzen teilnehmen. Wer ist wann dran? Wer meldet sich einfach so, weil es Zeitverzögerungen gibt?“, so die Moderatorin weiter. Da sei „Moderieren wichtig, Nähe schaffen und Einbinden, aber auch Direktheit und Intervention.“(dts Nachrichtenagentur)
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