
Symbolbild Pfalz-Express
Frankenthal. Am Standort Frankenthal hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten des Onlinehändlers Amazon erstmals zu einem Streik aufgerufen.
Der Arbeitskampf beginnt mit der Spätschicht am heutigen Freitag und richtet sich auf die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzelhandels sowie auf einen Tarifvertrag „Gute und Gesunde Arbeit“.
Der Streiktag fällt bewusst auf den Black Friday, einen der umsatzstärksten Tage des Jahres für Amazon. Gewerkschaftsvertreter bezeichnen den Tag als „Make Amazon Pay-Day“, um auf die seit mehr als zehn Jahren andauernde Auseinandersetzung um Tarifverträge hinzuweisen.
Amazon habe bislang keine Bereitschaft zu Tarifverhandlungen signalisiert, so ver.di-Vertreter. Mit Frankenthal beteiligt sich ein weiteres deutsches Logistikzentrum an den bundesweiten Streikaktionen bei Amazon.
Monika Di Silvestre, Landesfachbereichsleiterin Handel bei ver.di Rheinland-Pfalz-Saarland, erklärte: „Das erhöhte Bestellvolumen am Black Friday bedeutet für die Beschäftigten eine enorme Zusatzbelastung. Sie verdienen dafür besondere Wertschätzung. Amazon entzieht sich seiner Verantwortung für faire Arbeitsbedingungen und gesunde Arbeitsverhältnisse.“
Jürgen Knoll, Geschäftsführer des ver.di-Bezirks Pfalz, fügte hinzu: „Die Beschäftigten leisten täglich hervorragende Arbeit und tragen maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Sie fordern zu Recht einen Tarifvertrag für die rund 20.000 Beschäftigten in Deutschland, davon etwa 2.000 in Frankenthal.
Zeitdruck, monotone Tätigkeiten und Hetze gefährden die Gesundheit – gute Arbeitsbedingungen sind unerlässlich.“
Hintergrund
Das erste Amazon-Logistikzentrum in Deutschland wurde im September 1999 in Bad Hersfeld eröffnet. Der Standort Frankenthal ist seit Herbst 2018 in Betrieb und der zweite Robotics-Standort des Unternehmens in Deutschland. In Frankenthal sind rund 2.000 Mitarbeiter beschäftigt. Amazon betreibt in Deutschland insgesamt 23 Logistikstandorte mit etwa 20.000 Beschäftigten.
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