
Alexander Schweitzer
Foto: Pfalz-Express / Epple
Mainz – Nach 20 Jahren in der rheinland-pfälzischen Landespolitik hat sich Alexander Schweitzer am Donnerstag (29. Oktober 2026) vom Landtag verabschiedet. Der frühere Ministerpräsident und SPD-Fraktionsvorsitzende ist inzwischen Bundesarbeitsminister in Berlin.
Zum Abschied blickte der Südpfälzer auf seine politische Laufbahn zurück, dankte seinen Weggefährten und richtete einen Appell an die demokratischen Parteien.
Schweitzer gehörte dem Landtag erstmals 2006 an. In seiner Abschiedsrede erinnerte er an die politischen Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre, aber auch an die Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg. „Engagierte und kluge Menschen gibt es in allen demokratischen Parteien“, sagte er. Entscheidend sei für ihn immer gewesen, nach einem politischen Streit miteinander im Gespräch zu bleiben.
„Früher war nicht alles besser“
Schweitzer warnte davor, die Vergangenheit zu verklären. „Politik heißt, etwas zu wollen“, erklärte er. Mit dem „süßen Gift der Nostalgie“ könne er wenig anfangen: „Früher war nicht alles besser. Der eigentliche Auftrag von Politik ist, dafür zu sorgen, dass es morgen besser wird.“
Auch die historische Hambacher Fahne im Plenarsaal griff er in seiner Rede auf. Sie erinnere daran, wofür die Demokratie stehe. Die Menschen auf dem Hambacher Schloss hätten „Schwarz, Rot und Gold und nicht Braun zu ihrer Farbe gemacht“.
Rheinland-Pfalz und Deutschland seien dann besonders stark, wenn auch die demokratische Mitte stark sei. Dazu wolle er künftig als Bundesminister beitragen.
SPD-Fraktion dankt für langjährigen Einsatz
Die neue SPD-Fraktionsvorsitzende Jaqueline Rauschkolb würdigte Schweitzers politische Arbeit. Als Abgeordneter, Ministerpräsident und langjähriger Fraktionschef habe er gezeigt, wie wichtig der direkte Kontakt zu den Menschen sei.
„Wir verlieren einen überzeugenden Parlamentarier. Rheinland-Pfalz gewinnt zugleich einen starken Fürsprecher in der Bundesregierung für soziale Gerechtigkeit“, erklärte Rauschkolb.
Schweitzer war von 2006 bis 2009 und erneut seit 2013 Mitglied des Landtags. Von 2024 bis 2026 führte er als Ministerpräsident die Landesregierung. Seit dem 13. Oktober 2026 ist der 53-Jährige Bundesminister für Arbeit und Soziales.
Sein Landtagsmandat wird er zum 15. November 2026 niederlegen. Seine Abschiedsrede beendete Schweitzer mit den Worten: „Dankeschön. Es war mir eine Ehre.“

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