Montag, 09. Dezember 2019

Aktionen des NABU Bellheim: Weiden geschnitten und Greifvögel ausgewildert

22. Februar 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional
Uwe Zürker gibt einem Turmfalken die Freiheit wieder. Foto: Regina Lichtenberg

Joachim Zürker gibt einem Turmfalken die Freiheit zurück.
Foto: Regina Lichtenberg

Zeiskam. Der NABU Bellheim hat am Wochenende in Zeiskam zwei Aktionen durchgeführt.

Zunächst wurden vier Greifvögel, nämlich zwei Turmfalken und zwei Bussarde, in die Freiheit entlassen.

ln Haßloch unterhält der NABU unter Federführung des NABU Haßloch eine Greifvogelstation. Hier
werden verunglückte oder kranke Greife/Eulen gesund gepflegt und wieder ausgewildert.

Turmfalke in Warteposition. Foto: Regina Lichtenberg

Turmfalke in Warteposition.
Foto: Regina Lichtenberg

In diesem Winter sorgte das kalte Wetter für viele tote Mäusebussarde. Die Mäuse ziehen sich an
einen relativ trockenen Standort zurück, das sind Straßenränder und Flächen mit Grasnarben.

Überall sieht man umgepflügte Acker, sog. Sturzäcker. Und eben an den Straßenrändern werden
Greife Opfer des Straßenverkehrs. „lch selbst habe mehr als 30 tote Mäusebussarde in der Südpfalz
an Straßenrändern gesehen.

Auch der Mäusebussard wird gleich frei gelassen. Foto: Lichtenberg

Auch der Mäusebussard wird gleich frei gelassen.
Foto: Lichtenberg

Hier haben wir Mäusebussard und Turmfalke, die man am häufigsten in der Pfalz zu Gesicht
bekommt. Beide Arten brüten auch in der VG Bellheim“, so NABU-Vertreter Joachim Zürker.

Turmfalken brüteten oft mitten im Dorf in NABU Nistkästen oder verlassenen Elsternestern, Mäusebussarde auf großen Bäumen, vorzugsweise in Waldrandnähe, berichtet der Experte.

Beide ernährten sich fast ausschließlich von Mäusen verschiedener Art. Alle Greife seien ganzjährig
geschützt, eine Verfolgung werde strafrechtlich geahndet.

Die Entlassung in die Freiheit wird gut geplant. Ehrenamtlich tätige Helfer, wie Joachim Zürker, wissen, welche Habitate die einzelnen Arten brauchen. Sie bringen die Vögel zu den für sie am besten geeigneten Lebensräume, damit sie sich an das neue Revier gewöhnen können. Alle Vögel werden beringt, damit man ihren Weg weiter verfolgen kann.

Joachim Zürker und seine Mitstreiter beobachteten bei der Aktion am Wochenende gespannt und erleichtert, wie die Vögel sich in die Luft schwangen und ihren neuen Lebensraum gleich in Besitz nahmen.

Kopfweiden müssen gepflegt werden. Foto: Regina Lichtenberg

Kopfweiden müssen gepflegt werden.
Foto: Regina Lichtenberg

Danach haben Zürker und seine Helfer Kopfweiden geschnitten.

Geschnitten werden sie, um den historischen Lebensraum,,Kopfweide“ zu erhalten und,,nebenbei“ Naturmaterialien für vielfältige Sachen zu gewinnen: Weidentipi, Weidenbündel zur Deko, Weidenzaun…

In den Astlöchern und ,,Quirlen“ brüten Vögel, im Mulm entwickeln sich eine Vielzahl von Insekten,
z.B. Käfer oder dienen als Unterschlupf.

„Früher waren überall in der Feldflur solche Kopfweiden. Man hatte sich die Wuchskraft der
Weiden(Anpassung an den Lebensraum Auen) zunutze gemacht und als Materialzum Anbinden
von Reben, für Weidenkörbe etc. angepflanzt.
Würde man eine Weide nicht mehr schneiden, entstünde ein hoher Weidenbaum.
Diese Aktion führen wir seit etwa 15 Jahren durch!“, so Joachim Zürker. (desa/red)

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