Donnerstag, 11. August 2022

„AfD-Kind“ abgelehnt: Lehrerverband wirft Berliner Waldorfschule Diskriminierung vor

17. Dezember 2018 | Kategorie: Nachrichten, Politik

Symbolbild: dts Nachrichtenagentur

Berlin  – Der Deutsche Lehrerverband hat scharfe Kritik an einer Berliner Privatschule geübt, die es abgelehnt hatte, das Kind eines Berliner AfD-Abgeordneten aufzunehmen, das bereits die Kindertagesstätte der Waldorf-Bildungseinrichtung besucht hatte.

„Um es ganz unmissverständlich zu sagen: Es darf keine Sippenhaft für Kinder wegen der politischen Gesinnung ihrer Eltern geben“, sagte Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, der „Bild“. „Eine Schule muss ihren Schülern gegenüber neutral und unvoreingenommen auftreten – ohne Ansehen des Geschlechts, der sozialen Herkunft, der Hautfarbe, der sexuellen Orientierung, der politischen Einstellung oder der Religion.“ Alles andere sei Diskriminierung.

Die Schule überschreite „ganz klar ihre Grenzen“ und „verletze ihren Bildungsauftrag“, sagte Meidinger weiter. „Denn wie überall im gesellschaftlichen Zusammenleben gilt auch hier der Grundsatz: Alle Kinder sind gleich, ihre Würde ist unantastbar.“

Meidinger sieht das Vorgehen der Schule „sehr kritisch“. Er gab zu bedenken: „Wo soll diese Art der Gesinnungspolizei denn enden? Welches Kind wird als nächstes ausgegrenzt und ausgeschlossen? Als Pädagogen und Lehrkräfte müssen wir alle Kinder mit der gleichen Wertschätzung und Fürsorge behandeln.“ (dts Nachrichtenagentur)

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13 Kommentare auf "„AfD-Kind“ abgelehnt: Lehrerverband wirft Berliner Waldorfschule Diskriminierung vor"

  1. Philipp sagt:

    Warum muss ich da gleich an „tolerante“ und „weltoffene“ Mitmenschen denken, die für „Vielfalt“ und die Grundrechte auf die Straße gehen?
    Oder ist für solche Menschen Vielfalt, Toleranz und Weltoffenheit da zu Ende, wo jemand nicht zu 105% mit der eigenen Weltsicht übereinstimmt?
    Ist so ein totalitäres Denken nicht typisch für Faschismus?
    Das würde ja dafür sprechen, dass der Antifaschismus die Steigerung des Faschismus ist!

    • Aufgewachte sagt:

      Ich stimme Ihnen zu, Philipp. Dieses Beispiel der Ausgrenzung eines Kindes zeigt, wie totalitär die angeblich so toleranten und offenen Gutmenschen, die in Wahrheit weder gut noch menschlich sind, agieren. Ich warte noch auf den Aufschrei aller Demokraten!

  2. Helmut Hebeisen sagt:

    An der Walldorfschule wurden auch schon Kinder abgelehnt, deren Eltern in anderen Parteien tätig sind. So weit ich weiß setzt eine Aufnahme ein persönliches Gespräch vorraus und wenn dabei festgestellt wird, dass es nicht geeignet ist, muss das nichts mit der AfD zu tun haben. Nur was daraus wieder gemacht wird ist lachhaft.

    • Diego sagt:

      Hätten Sie auch so argumentiert, wenn es das Kind eines Flüchtlings oder einer sonstigen Minderheit gewesen wäre?

      • peter sagt:

        Treffer, versenkt

      • Helmut Hebeisen sagt:

        Die Frage stellt sich nicht, da dies warscheinlich oft passiert, nur nicht so breitgetreten wird. Wenn auf 60 Plätze 300 Bewerber gibt, so muss die Schule auch Absagen erteilen. Es ist mal eher wieder die typische AfD-Mimimi-Mentalität, sich in der Opferrolle zu suhlen.

  3. eliza doolittle sagt:

    @ h. hebeisen 19.12.2018
    1/2
    herr hebeisen, theoretisch haben sie recht. man kann nicht mehr plätze vegeben als man hat und irgendwer wird sich immer ungerecht behandelt fühlen.
    ein detail ist ihnen aber höchstwahrscheinlich nicht bekannt*.

    das „afd-kind“ hat seine kindergartenzeit unbeanstandet in dieser waldorf-einrichtung verbracht; es ist üblich, dass diese kinder dann bevorzugt einen platz in der waldorf-schule bekommen.

    im übrigen: diese schule hat sich mit der stuttgarter erklärung von ihrem gründer distanziert (oder distanzieren müssen). sie sollte also den ball flachhalten.
    auch interessant: die grundsätze, nach denen dort gearbeitet wird (kann gegoogelt werden). man fragt sich dann umsomehr, wie man zu dieser entscheidung kommt.

  4. eliza doolittle sagt:

    1/2

    sie sehen nun an den pflichtschuldigst abgegebenen erklärungen zugunsten des kindes, dass man sich sehr wohl der zweifelhaftigkeit dieser aktion der waldorf-schule bewusst ist.

    * eine bekannte , inzwischen pensioniert, war waldorf-lehrerin. deren kinder (tochter inzwischen w-erzieherin) haben diese einrichtung besucht. drei enkel sind noch dort. ein bisschen einblick habe ich also schon.

    trotzdem interessant, ihre sichtweise kennengelernt zu haben. ich hoffe, auch ich konnte ein bisschen zur erhellung der hintergründe beitragen.

  5. Tobi sagt:

    Bei allem Gejammer, es ist ein Glück für jedes Kind, des dem Esoterischen Quark der Waldorfschule entkommt.

    • Winston sagt:

      Ein Wunder! Ein Wunder! Ich will Ihnen 100 % zustimmen!

    • eliza doolittle sagt:

      hallo tobi,
      ich hätte nicht gedacht, dass ich ihnen einmal aus vollem herzen zustimmen kann !

      aber vielleicht ist das in berlin doch noch die bessere lösung als eine öffentliche schule …

  6. Hans-Jürgen Höpfner sagt:

    Es gibt auch eine Gruppe Juden in der AfD. Werden deren Kinder jetzt auch aus den Schulen gewiesen?
    ———-
    Die jüdischen Kinder mussten damals auch die deutschen Schulen verlassen.
    So ist das immer in Diktaturen.

    • eliza doolittle sagt:

      „Es gibt auch eine Gruppe Juden in der AfD. Werden deren Kinder jetzt auch aus den Schulen gewiesen?“

      manche gehen auch freiwillig (diesmal nicht waldorf), das ist nur noch als satire zu ertragen:

      Preußische Allgemeine Zeitung -22.12.2018
      Überwachte Freiheit
      Wo lebende Juden vor ein Tribunal gehören, wie Margots Weisheit uns heute noch leitet, und wo echter Mut zu Hause ist / Der satirische Wochenrückblick mit Hans Heckel
      …. Seine Mutter berichtet, sie und Liam seien in die Schul­aufsichtsbehörde des Bezirks Spandau bestellt worden. Die zweistündige Sitzung, an welcher auch die Berliner Mobbingbeauftrage Saraya Gomis teilgenommen hat, habe den Charakter eines Tribunals angenommen. „Die wollten uns wegen Rufschädigung drankriegen, haben sogar von Klage gesprochen.“ …

      Berlin …