Freitag, 27. Mai 2022

Abendliche Versammlungen in Pirmasens verlaufen ohne Probleme

18. Januar 2022 | Kategorie: Südwestpfalz und Westpfalz

Abendliche Versammlung auf dem Pirmasenser Schlossplatz (Montag 17. Jan. 2022).
Foto: W. G. Stähle

Pirmasens (Südwestpfalz). Wie in den vorangegangenen Wochen kam es auch diesen Montagabend (17. Januar 2022) in Pirmasens zu zwei räumlich weit getrennten unterschiedlichen Versammlungen. Beide verliefen offenbar ohne Komplikationen.

Unter dem plakatierten Motto „PS: solidarisch + fair“ hatten sich auf dem Exerzierplatz geschätzt 100 Menschen zu einer angemeldeten Kundgebung versammelt. Aufgerufen zur zweiten „Aktion“ dieser Art hatte der Stadtverband von Bündnis 90 / Die Grünen „alle Demokratinnen und Demokraten“.

Ansprachen per Megaphon hielten unter anderen lokale Mitglieder dieser Partei sowie die Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner (Pirmasens, SPD). An die (zutreffend vermutete) Versammlung auf dem Schlossplatz gerichtet, wurde mehrfach gewarnt, sich nicht von Rechtsextremisten vereinnahmen zu lassen. „Achten Sie darauf, mit wem Sie laufen“, lautete ein offensichtlich Richtung Schlossplatz gerichteter Appell.

Von Seiten der Veranstalter waren Ordner aufgeboten. Polizei oder städtischer Ordnungsdienst war nicht sichtbar.

In etwa zehn Gehminuten Entfernung fanden sich zu selben Zeit auf dem Pirmasenser Schlossplatz nach und nach Leute ein, die dann einzeln oder in kleinen Gruppen von drei oder vier Leuten verweilten. Augenscheinlich handelte es sich um einen Querschnitt der Bevölkerung. Soweit ersichtlich wurden Abstände eingehalten und Schutzmasken getragen.

Es gab weder öffentliche Äußerungen noch Schilder oder entsprechendes. Geschätzt waren 300 Personen zusammengekommen. Nach einiger Zeit des lautlosen Verharrens setzten sich die Leute still in Bewegung. Eine erkennbare Aufforderung war nicht ergangen. Der Zug bewegte sich die Fußgängerstraße hinauf, um den Gebäudeblock und wieder zurück. Dann löste sich das Geschehen auf.

Auf dem Platz sowie den Zug begleitend waren circa 30 uniformierte Polizeikräfte, darunter (mindestens) ein Paar mit Rücken-Aufschrift „Polizei – Kommunikation“, sowie Kräfte des städtischen Ordnungsamtes.

Im Gespräch mit drei Anwesenden war zu erfahren, sie seien hier „wegen der Impfpflicht“ und weil die ständig wechselnden Maßnahmen nicht stimmig seien. Man wolle erreichen, „dass über Sinn und Nutzen diskutiert wird“. „Wir leugnen in keinem Fall Corona“. Man wehre sich gegen „die Spaltung, die passiert“. Teilweise erklärten Regierende „die Ungeimpften sind daran Schuld“ (dass Verbote und Beschränkungen erforderlich sind). Tatsächlich seien auch Geimpfte Überträger: „2G ist nicht die Lösung und auch das Boostern nicht“. Vorsicht sei wichtig, vor allem Abstandhalten.

Im Ansteckungsfall würde keine Prävention angeboten oder vorgeschlagen, wurde bemängelt. „Es wird gewartet bis es zum schweren Verlauf kommt“. Dabei werde nicht in Betracht gezogen, schon frühzeitig zu behandeln um Ausbrüche möglichst zu verhindern oder abzumildern, medikamentös sowie durch Stärkung des Immunsystems.

Alle sollten über ihre Impfung und damit ihren Körper selbst entscheiden können. Schließlich gebe es auch Ansteckung unter vollständig Geimpften, sind sich die beiden Pirmasenser und die (Wahl)Pirmasenserin einig.

Kritisch sehe man auch die Impfung von Kindern, die sich weniger anstecken würden und meist leichte Verläufe hätten. Man sei nicht generell gegen Impfungen, wurde betont. Hier allerdings sei etwas im Eilverfahren entwickelt worden. Über Risiken und unerwünschte Auswirkungen sowie tatsächlichen Nutzen werde unzureichend informiert. So habe beispielsweise das RKI (Robert-Koch-Institut, Berlin) Informationen zu Geimpften als Überträger mittlerweile von seiner Website genommen. Aus einem Altersheim habe man erfahren, dass dort nach Impfungen Embolien und Infarkte zugenommen hätten.

Das dritte Mal seien sie nun montagabends hier, nachdem sie im Bekanntenkreis Einzelheiten gehört hätten. Nächste Woche werden sie wiederkommen, kündigten die Befragten an. Ob es Aufrufe in Sozialen Netzwerken gibt sei ihnen nicht bekannt.

Der Ablauf sei jeweils vergleichbar gewesen. Irgendwelche Beeinflussungen hätten sie nie feststellen können. Nach einiger Zeit des Stehens setze sich regelmäßig ein Zug in Bewegung. Ein Signal scheine es nicht zu geben. „Wahrscheinlich laufen am Rand welche los und die anderen hinterher“, so die Befragten. (Werner G. Stähle)

 

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