Mittwoch, 07. Dezember 2016

Bis 13. November: Sonderausstellung „Im Land der Schlabbeflicker“

19. September 2015 | noch keine Kommentare | Kategorie: Südwestpfalz und Westpfalz

Der Pirmasenser Sammler Manfred Rossel.
Foto: red

Hauenstein. Das Deutsche Schuhmuseum Hauenstein zeigt erstmals in seiner 20jährigen Geschichte die  Dominanz der Schuhgeschichte, die von der Metropole Pirmasens ausgehend innerhalb eines Jahrhunderts die Lebensumstände existenziell prägten und das Leben und   Wirken der Menschen zur Region der „Schlabbeflicker“ werden ließ.

Die Retrospektive in dieser ganz besonderen Form verdanken die Macher des weltweit größten Museums seiner Art dem Pirmasenser Sammler Manfred Rossel (Jahrgang 1928), der den außergewöhnlich reichen Fundus seines Vaters Heinrich Rossel (1889 bis 1972) verwaltete, sichtete und ausbaute. Heinrich Rossel war jedoch kein Schuhspezialist, sondern von 1945 bis 1956 Direktor der AOK Pirmasens.

Archive und die rasante Entwicklung seiner Vaterstadt waren Hobby und Leidenschaft des Sammlers. Neben Dokumenten der rasanten Entwicklung von Pirmasens sammelte Vater Heinrich Rossel insbesondere auch Karikaturen des berühmten Karikaturisten ERES, die er – sparsam wie er war – auf die Rückseite der Kuverts klebte, die die Zentrale der Krankenkasse vornehmlich von Hunderten von Schuhfabriken täglich in großer Zahl erhielt: Insgesamt kamen mit den Jahren erstaunliche 45 kleine Bücher zusammen von je 60 bis 90 Blatt, eine außerordentliche Fülle von Einblicken in das Herz und die Seele von Hunderten großen und kleinen Schuhfabriken in der Schlabbeflickerregion.

Manfred Rossel übernahm als Sammler und Erhalter die nach tausenden zählenden kostbaren Dokumente und verfeinerte das väterliche Erbe.

Seine äußerst fleißigen und akribischen Studien in den letzten acht Jahren ließen das Ganze zu einer fast vollständigen sozial- und kulturgeschichtlichen Darstellung von 600 Fabrikationsstätten in über 40 Gemeinden in und um Pirmasens werden. „Lebendiger und transparenter kann die Geschichte des Herzstücks der deutschen Schuhindustrie mit den erfüllten Lebensleistungen tüchtiger Unternehmer und einigen Hunderttausend treuen und fleißigen „Schlabbeflickern“ kaum dargestellt werden“, würdigt Museumsleiter Willy Schächter die zeitgeschichtlich wertvolle Arbeit von Manfred Rossel, der im Hauptberuf erfolgreicher Geschäftsführer eines bedeutenden regionalen Elektrogroßhandels war.

„Mein Schlabbeflickerblut und meine Liebe zu meiner Vaterstadt waren die Auslöser meiner Forschungs- und Sammlerleidenschaft, getreu nach dem alten Spruch: „Der Schuh hat uns hier groß gemacht, drum Schuh‘ und Schuster nicht veracht“.

Kurator der Ausstellung ist der Museumsarchitekt des Deutschen Schuhmuseums, Christoph Seibel (62), dessen Urgroßvater Carl-August zusammen mit seinem Bruder Anton im Jahre 1886 die Hauensteiner Schuhindustrie gegründet hat. (red)

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