Berlin – Die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) beklagt eine Negativ-Kampagne der deutschen Medien gegen den SPD-Kanzlerkandidaten.
„Peer Steinbrück kommt überall gut an, wo er direkt mit Leuten in Kontakt tritt. Aber die Medien haben sich jetzt nun einmal auf ihn eingeschossen“, sagte Zypries. Zypries, die im Kompetenzteam von Steinbrück für Verbraucherschutz zuständig ist, rät ihrer Partei deshalb, nicht mehr auf die Vermittlung von Botschaften durch die Medien zu setzen, sondern nach dem Vorbild der US-Kampagnen den direkten Kontakt mit dem Wähler zu suchen.“Es bleibt uns jetzt nur noch Mundfunk statt Rundfunk“, so die SPD-Politikerin.
Parteiinterne Planspiele für einen Neustart oder eine Kurskorrektur lehnte die Ex-Ministerin ab. „Wir schaffen keinen Neustart mit neuen Inhalten, denn wir haben die richtigen Inhalte“, sagte Zypries. Angesichts der schlechten Umfragewerte sei aber klar: „Wir müssen bei der Vermittlung der Inhalte in die Offensive.“
Kritik an Steinbrück äußerte Baden-Württembergs SPD-Innenminister Reinhold Gall. „Was die Vermarktung betrifft, besteht bis zur Bundestagswahl riesiger Vierbesserungs- und Nachholbedarf“, sagte Gall. „In der zweiten Halbzeit muss jetzt was passieren.“
Angesichts der anhaltend schlechten Popularitätswerte setzt eine Mehrheit der Bürger auf die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid für „Focus“ äußerten 23 Prozent den Wunsch, Hannelore Kraft sollte in der SPD das Sagen haben. Für Steinbrück sprachen sich 21 Prozent aus, für SPD-Chef Sigmar Gabriel neun Prozent. (dts Nachrichtenagentur)

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