Berlin – Das Bundesverkehrsministerium erwartet nach gestern bekannt gewordenen Berechnungen jährlich 2,5 Milliarden Euro Mehreinnahmen aus der LKW-Maut.
Der ADFC (Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. ) fordert, dass diese Mehreinnahmen nicht ausschließlich für den konventionellen Straßenbau verwendet werden. Mindestens 10 Prozent, also 250 Millionen Euro pro Jahr, sollen in den innovativen Radschnellwegebau investiert werden.
ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Es heißt immer, es sei kein Geld da für große Würfe im Radwegebau – aber siehe da, hier sprudeln die Milliarden. In den Bundesländern stehen schon jetzt 80 Radschnellwegeprojekte mit rund 1.500 Kilometern Streckenlänge in den Startlöchern, die der Bund mitfinanzieren soll. Wir sehen weiteren Bedarf von mindestens 1.500 Kilometern in allen Ballungsräumen.“
Diese Radschnellverbindungen würden Deutschland massiv von kürzeren Autofahrten und Stau entlasten, so Stork: „Der Bund tut also gut daran, hier kräftig zu unterstützen. 250 Millionen Euro pro Jahr für intelligenten, emissionsfreien Verkehr – das sind echte Zukunftsinvestitionen.“
80 Radschnellwegeprojekte in den Schubladen
Zurzeit werden in fast allen Ballungsräumen Radschnellwege konzipiert und geplant: In den Räumen Berlin, Hamburg, Bremen, Ruhrgebiet, Frankfurt, Hannover, Stuttgart, Nürnberg und München. Ein erstes, 10 Kilometer langes Teilstück des Radschnellweg Ruhr (RS1) ist bereits eröffnet. Die nach Fertigstellung 101 Kilometer lange Trasse soll 55.000 Autofahrten täglich ersetzen und etwa 180 Millionen Euro kosten. Bereits in Betrieb ist außerdem ein innerstädtischer Radschnellweg in Göttingen, von etwa vier Kilometern Länge.
Premiumrouten besonders für Pendler
Radschnellwege sind vom Autoverkehr getrennt geführte Premium-Radwege, die das zügige, unterbrechungsfreie und komfortable Radfahren auch über längere Distanzen ermöglichen.
Sie sollen als asphaltierte Zweirichtungsradwege mindestens 4 Meter breit sein (2 Meter pro Fahrtrichtung), als straßenbegleitende Einrichtungsradwege mindestens 3 Meter breit, mindestens fünf Kilometer lang, steigungsarm, innerorts beleuchtet und hindernisfrei. Rad- und Fußverkehr sollen getrennt werden.
Weitere Kriterien sind die regelmäßige Reinigung der Wege und ein Winterdienst. Kreuzungen mit dem Autoverkehr sollen durch Unter- oder Überführungen vermieden werden. An Knotenpunkten sollen Radler Vorfahrt haben.
„Radschnellwege rechnen sich 5-fach“
In der Machbarkeitsstudie für den RS1 wurde ein Return on Invest von 4,8 errechnet. Das bedeutet, dass der rechnerische Nutzen – durch verbesserte Gesundheit und verringerte Unfallzahlen – fast fünfmal so hoch ist, wie die Kosten.
Premiumradwege gebe es nicht zum Nulltarif, der der ADFC, aber seien im Verhältnis zum konventionellen Straßenbau immer noch günstig. Ein Kilometer Autobahn ohne Tunnel und Brücken koste überschlägig 10 Millionen Euro – ein Kilometer RS1 weniger als ein Fünftel – nämlich etwa 1,8 Millionen Euro. Durchschnittlich koste ein Kilometer Radschnellweg zwischen einer halben und zwei Millionen Euro.
In den Niederlanden erprobtes Modell
In den Niederlanden hat sich das Konzept bereits seit langem erfolgreich bewährt. Dort werden 25 Prozent der Wege zur Arbeit mit dem Rad zurückgelegt – in Deutschland sind es nur 11 Prozent.
Über den ADFC
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit mehr als 165.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrer in Deutschland und weltweit.
Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. (red)

Diesen Artikel drucken



Berlin – Radfahrer ohne Helm sollen nach dem Willen der Radfahrerlobby bei Unfällen auch in Zukunft keine Teilschuld für eigene Verletzungen tragen:. ...
Offenbach. Der ADFC Kreis LD-SÜW bietet am 3. August Radcodierungen in Offenbach a. d. Queich an. Dabei wird eine Gravur am Fahrradrahmen ...
Landau. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), Kreisverband Landau-SÜW veranstaltet am kommenden Samstag (9. Oktober 2021) von 12 bis 16 Uhr in Landau ...
Landau. Die Radfahr-Gruppe des ADFC Landau-Südliche Weinstraße bedankt sich bei Bürgermeister Reinhold Walter. Am Samstag begrüßte der Bürgermeister die Radler auf ihrer ...
Berlin – Eine Pkw-Maut auf deutschen Autobahnen, wie sie Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und seine Partei propagieren, würde nur zu Mehreinnahmen von ...
Landau. Am 15. Juli trafen sich Vertreter der Stadt Landau mit ADFC-Ehrenamtlichen zu einem zweistündigen Arbeitsgespräch, das von beiden Seiten als außerordentlich ...
Das sogenannte Dienstwagenprivileg gilt ab sofort auch für Fahrräder: Unternehmen können ihren Mitarbeitern statt eines Dienstwagens nun ein Dienstfahrrad zur Verfügung stellen. ...
Berlin – Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat laut eines Medienberichts mehr Geld für die Umsetzung der Pkw-Maut freigegeben als bisher bekannt. Insgesamt ...
Berlin – Die Bundesregierung hat seit 2010 an Unternehmen der Photovoltaik-Industrie Forschungsgelder in Millionenhöhe vergeben – mit zweifelhaftem Erfolg. Die vom Umwelt- ...
Berlin – Die Grünen wollen Deutschland zur Fahrradrepublik ausbauen und planen dafür unter anderem die Einführung eines Rechtsabbiegepfeils an Ampelkreuzungen nur für ...
Annweiler. Der adfc-Kreisverband Landau-SÜW setzt sich insbesondere für die Nahverkehrs-Infrastruktur im ländlichen Raum und den Ausbau des touristischen Radwegenetzes ein. Landrat Dietmar ...












