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Das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim hat eine Anlaufstelle für Betroffene von Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung geschaffen. Konzentrations- und Schlafstörungen, Müdigkeit und Stimmungsveränderungen können unter anderem in der Folge einer Covid-19-Erkrankung auftreten. Auch die Forschung in diesem Bereich soll intensiviert werden.
Sie haben eine Covid-19-Infektion durchgemacht und die akuten Beschwerden überwunden, aber erholen sich dennoch nicht vollständig? Diese Erfahrung machen zurzeit nicht wenige Patienten nach einer Covid-19-Infektion. Mal stehen reduzierte Belastbarkeit, Dauermüdigkeit und rasche Erschöpfung im Vordergrund, mal wird über körperliche Beschwerden wie Herzstolpern, Schwindel oder Kopf- und Gliederschmerzen berichtet. Manchmal kommt es auch zu Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen. Auch psychische Probleme wie Angst und Depression können auftreten.
Seit dem Frühsommer 2020 bezeichnet man diese Beschwerden als „Long-Covid“ oder „Post-Covid-Syndrom“. Es scheinen hierbei – anders als bei den schweren Akutverläufen – eher jüngere Patienten betroffen zu sein, unabhängig von der Schwere der ursprünglichen Infektion. Oft belasten die Beschwerden die Betroffenen stark und beeinträchtigen den Wiedereinstieg ins Arbeitsleben oder das Ausüben früherer Aktivitäten.
Schwerpunkt liegt auf neuropsychologischen Symptomen
Das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit hat auf Initiative von Dr. Claudia Schilling, Leiterin des Schlaflabors am ZI und der Arbeitsgruppe Neuropsychiatrische Schlafstörungen, für Menschen mit diesen Beschwerden nun eine Anlaufstelle eingerichtet. Betroffene können sich in der Ambulanz des ZI vorstellen und werden ausführlich untersucht und beraten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf neuropsychologischen Symptomen wie Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen, Müdigkeit und Stimmungsveränderungen. „Diese Beschwerden sind häufig Teil des Post-Covid-Syndroms und werden von den Betroffenen oft als sehr belastend empfunden, sind aber für deren Umfeld meist wenig greifbar“, sagt Dr. Oliver Hennig, Leiter der Zentralambulanz am ZI.
Teilnahme an Studien zum Post-Covid-Syndrom möglich
In der Post-Covid-Sprechstunde erfolgt eine ausführliche klinische Untersuchung, die je nach Beschwerden ergänzt wird durch eine detaillierte neuropsychologische Diagnostik eventueller kognitiver Beschwerden, eine Schlafdiagnostik und eine Blutanalyse. Neben der ausführlichen Beratung zu Therapie-Optionen und Hilfsangeboten besteht die Möglichkeit, an Studien zum Post-Covid-Syndrom teilzunehmen. „Das ist ein wichtiges Feld für weitere Forschung. Wir wollen den neuronalen Krankheitsmechanismen auf die Spur kommen“, sagt Dr. Claudia Schilling.
Kontakt
Betroffene können sich unter Telefon 0621 1703-2850 in der Post-Covid-Ambulanz des ZI melden.

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