
Foto (Archiv): dts Nachrichtenagentur
Hannover – Am Mittwochvormittag sind 139 Menschen, davon 17 kranke Kinder mit ihren Kernfamilien (insgesamt 88 Personen) und 51 unbegleitete Minderjährige am Flughafen Hannover eingetroffen. Das teilte das Bundesinnenministerium mit.
Insgesamt wurden in diesem Jahr 713 Personen, darunter 104 unbegleitete Minderjährige und 142 kranke Kinder, per Flugzeug von Griechenland nach Deutschland gebracht.
Die am 30. September eingetroffenen Personen kommen aus zwei unabhängig voneinander beschlossenen Hilfsaktionen. Zum einen hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nach Abstimmung innerhalb der Bundesregierung entschieden, 243 kranke Kinder einschließlich ihrer Kernfamilien aus Griechenland zu übernehmen. Die Übernahmen folgen dem Koalitionsbeschluss vom 8. März 2020 und sind Teil einer europäischen Hilfsaktion. Sie sollen in den nächsten Wochen abgeschlossen werden. An der Hilfsaktion beteiligen sich elf EU-Mitgliedstaaten (Belgien, Bulgarien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Portugal, Slowenien) sowie Norwegen und Serbien.
Zum anderen hatte die Bundesregierung nach dem Brand auf Lesbos erklärt, sich an der Aufnahme von 400 unbegleiteten Minderjährigen zu beteiligen, die von der griechischen Regierung auf das Festland transferiert wurden. Deutschland will bis zu 150 unbegleitete Minderjährige aufnehmen.
Die Bundesregierung hatte außerdem entschieden, weitere 1.553 Familienangehörige von den griechischen Inseln aufzunehmen, deren Schutzberechtigung von der griechischen Regierung bereits festgestellt wurde. Die Aufnahme dieser Personen soll zeitnah beginnen.
Die Verteilung erfolgt in acht Bundesländer (Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Hessen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein). Grundlage für die Verteilung ist ein gemeinsames Bund-Länder-Konzept, das in Abstimmung mit allen Ländern entwickelt wurde. Dabei würden auch weitere Kriterien, etwa familiäre Bindungen und besondere medizinische Bedarfe, berücksichtigt, so das Innenministerium. (red)

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