Dienstag, 17. Mai 2022

47 minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland in Hannover eingetroffen

18. April 2020 | Kategorie: Nachrichten, Politik

Foto: dts Nachrichtenagentur

Hannover  – Am Samstagvormittag sind 47 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die zuletzt in Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln gelebt hatten, per Flugzeug aus Athen in Hannover eingetroffen.

Die 42 Kinder und fünf Jugendliche, von denen vier in Begleitung jüngerer Geschwisterkinder seien, würden nun zunächst für eine zweiwöchige Quarantäne in Niedersachsen untergebracht, bevor sie auf die Bundesländer verteilt werden, teilte das Bundesinnenministerium am Samstag mit.

Die unbegleiteten Kinder und Jugendlichen waren zuvor in Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln Lesbos, Samos und Chios untergebracht. Sie stammen aus Afghanistan, Syrien und Eritrea. Unter ihnen befinden sich vier Mädchen.

Um Griechenland bei der schwierigen humanitären Lage auf den griechischen Inseln zu unterstützen und insbesondere die Situation der Kinder in den Hotspots zu verbessern, hatte der Koalitionsausschuss am 8. März 2020 beschlossen, einen humanitären Beitrag zu leisten. Insgesamt sollen im mindestens 350 Minderjährige nach Deutschland übernommen werden.

Außerdem haben sich zehn EU-Mitgliedstaaten bereit erklärt, minderjährige Migranten und Flüchtlinge von den griechischen Inseln aufzunehmen. Wegen der innerstaatlichen Herausforderungen im Umgang mit der Corona-Pandemie kommt es in einigen Ländern derzeit zu Verzögerungen. Bereits am Mittwoch dieser Woche waren 12 unbegleitete Kinder und Jugendliche in Luxemburg eingetroffen.

An Bord des Flugzeugs befanden sich außerdem zwei Kinder, die von ihrem Vater nach Griechenland entführt und zu ihrer in Deutschland lebenden Mutter zurückgeführt wurden.

„Ich freue mich, dass wir heute die ersten unbegleiteten Kinder empfangen können – trotz der schweren Belastungen durch die Coronakrise“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Dies sei das Ergebnis „monatelanger Vorbereitungen und intensiver Gespräche mit unseren europäischen Partnern“.

Deutschland stehe zu seiner Zusage. „Wir setzen damit ein konkretes Zeichen europäischer Solidarität. Ich gehe davon aus, dass unsere europäischen Partner damit beginnen, ihre Zusagen nun ebenfalls sobald wie möglich umzusetzen“, so der Innenminister weiter. (dts Nachrichtenagentur/red)

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