Berlin – Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels hält die Vertrauenskrise zwischen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Teilen der Bundeswehr noch nicht für überwunden.
Wenn von der Leyen sage, dass sie in ihrem Amt gern weitermachen würde, „signalisiert das vielleicht, dass sie doch Vertrauen in die Bundeswehr hat – in einer Situation, in der noch viele Soldatinnen und Soldaten glauben, dass die Ministerin ihnen eben nicht traut“, sagte Bartels der „Süddeutschen Zeitung“. „Das geht tief.“
Von der Leyen bemühe sich zwar, „mit vielen Begegnungen wieder ein Vertrauensverhältnis herzustellen“ – doch das Problem gehe „inzwischen über die politische Ebene hinaus“, so Bartels. „Ich höre aus der Bundeswehr auch Kritik an der militärischen Führung, weil sie der Ministerin nicht deutlich widersprochen habe.“
Von der Leyen hatte im April gesagt, die Bundeswehr habe ein „Haltungsproblem“ und „offensichtlich eine Führungsschwäche auf verschiedenen Ebenen“.
Zuvor war bekannt geworden, dass der rechtsextremistische Offizier Franco A. eine Masterarbeit mit völkischem Gedankengut abgeliefert hatte, ohne dass dies Konsequenzen für seine Karriere gehabt hätte. Zudem hatte es bereits Anfang des Jahres Aufregung um Aufnahmerituale und vermeintlich entwürdigende Ausbildungspraktiken gegeben.
Hier sei manches überzogen dargestellt worden, sagte Bartels. „Wir haben in diesem Jahr teilweise über ein Zerrbild der Bundeswehr geredet.“ Natürlich müsse man handeln, wo Fehlentwicklungen zu korrigieren seien. „Aber mit dem richtigen Maß.“
Von der Leyens Aussagen hatten großen Unmut in der Truppe ausgelöst. Die Ministerin hatte daraufhin mehrfach ihr Bedauern über ihre Formulierung ausgedrückt und das Gespräch mit Soldaten gesucht. Auf die Frage, ob das Verhältnis zwischen Ministerin und Truppe noch einmal zu kitten sei, sagte der Wehrbeauftragte: „Das käme auf den Versuch an.“ (dts Nachrichtenagentur)

Diesen Artikel drucken


Berlin – Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels, hat aus Anlass des 60-jährigen Bestehens der Bundeswehr die Notwendigkeit einer Europäischen Armee unterstrichen. ...
Berlin – Nachdem bei einer Marschübung in der Kaserne Munster ein Offiziersanwärter verstorben ist und drei weitere Soldaten kollabiert waren, mahnt der ...
Berlin – Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat nach Ansicht des ehemaligen Inspekteurs des Heeres, Bruno Kasdorf, durch ihre Reaktion auf den ...
Berlin – Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), hat sich enttäuscht über das neue Weißbuch der Bundeswehr geäußert. Zwar sei es ...
Berlin – Trotz intensiver Anstrengungen ist es Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen offenbar noch nicht gelungen, nach der offensiven Aufarbeitung der Bundeswehr-Skandale ...
Berlin – Bundeswehrverband und Wehrbeauftragter wehren sich gegen Forderungen von Wolfgang Kubicki (FDP) und Robert Habeck (Grüne) nach Einsparungen bei den Soldaten. ...
Berlin – Der neue Wehrbeauftragte des Bundestages Hans-Peter Bartels (SPD) hat gefordert, für die europäischen Streitkräfte ein eigenes Hauptquartier einzurichten. Bartels: „Ohne ...
Berlin – Die Union hat Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in der Debatte um ihre deutliche Kritik an der Bundeswehr in ...
Berlin – Bei der Aufarbeitung des Skandals um sexuelle Nötigung und Misshandlungen in der Bundeswehrkaserne im baden-württembergischen Pfullendorf gibt es offenbar Ungereimtheiten. ...
Pfullendorf – In der Bundeswehrkaserne im baden-württembergischen Pfullendorf sollen sadistische Ausbildungsmethoden und Aufnahmerituale praktiziert worden sein, bei denen Rekruten misshandelt worden sein ...
Das Interesse war groß: Zur Informationsveranstaltung des südpfälzischen SPD-Bundestagsabgeordneten Thomas Hitschler „Zukunft der Bundeswehr im nationalen und europäischen Kontext“ fanden sich am ...











