
Ehrliches Feedback liefert Unternehmen in der Pfalz wertvolle Daten für bessere Entscheidungen.
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Die neue „Feedback-Kultur“ ist eine der Vokabeln, die in jungen Firmen wie etablierten Unternehmen mit selbstauferlegtem Kulturwandel nicht fehlen dürfen.
Doch was das genau bedeutet und warum überwiegend positive oder positiv gefärbte Rückmeldungen von Mitarbeitern und Kunden nicht zwangsläufig ein gutes Zeichen sein müssen, zeigt eine genauere Beschäftigung mit dem Thema. Nur wer es ernst meint als Unternehmen mit dem Feedback, erhält die Antworten, die für Markt- oder Investitionsentscheidungen den Weg weisen.
Eine gelebte Feedback-Kultur ist entscheidend für gute Arbeitsbedingungen und den Unternehmenserfolg. Sie umfasst das Geben und Annehmen von positivem wie negativem Feedback – nicht nur zwischen Führungskräften und Mitarbeitern, sondern auch unter Kollegen sowie gegenüber Kunden. Feedback sollte sowohl Verbesserungspotenziale als auch gelungene Aspekte benennen.
Das Motto „Nicht geschimpft ist Lob genug“ hat hier keinen Platz: Richtig eingesetztes Feedback fördert Innovation, Weiterentwicklung und ein positives Betriebsklima. Aus dem angloamerikanischen Raum ist das „Feedback“ nach Europa und auch nach Deutschland geschwappt – und hat sich spätestens mit der Corona-Pandemie auch in mittelständischen Unternehmen in der Pfalz etabliert.
Das Geben und Nehmen von Feedback ist ein wichtiges Kommunikations- und Verbindungselement zwischen Firma, Führungskräften und Angestellten oder Arbeitern – besonders in einer Zeit mit anhaltend hoher Homeoffice-Quote.
Feedbackkultur ist etabliert – aber ist sie auch gut entwickelt?
Laut einer Befragung des renommierten Münchener ifo Instituts aus dem Jahr 2023 im Auftrag des Personaldienstleisters Randstad Deutschland führt rund die Hälfte der Unternehmen jährliche Feedbackgespräche. Fazit der Wirtschaftsforscher von ifo: Insgesamt hat sich die Feedbackkultur seit der Corona-Pandemie verbessert. Angesichts des Fachkräftemangels sind strukturierte Feedbackprozesse heute wichtiger denn je, um Mitarbeiter zu halten und das Betriebsklima zu stärken.
Also alles in bester Feedback-Butter? Keineswegs, hält Dennis Wegner entgegen. Er ist Geschäftsführer der easyfeedback GmbH, einem in Koblenz ansässigen Anbieter von Umfragetools, und sagt: „In vielen Unternehmen wird ein Umfragetool häufig gestartet, doch ihr Nutzen bleibt begrenzt, sobald kritische Rückmeldungen aus Angst oder Bequemlichkeit ausgeblendet werden. Das wahre Gold einer Befragung steckt in den Textantworten, die häufig aus Angst vor kritischen Rückmeldungen nicht genutzt werden.“
Wegner erlebt im Berufsalltag immer wieder, wie groß die Kluft zwischen dem Sammeln von Daten und dem Verstehen dieser Daten ist. Anders gesagt: Das Feedback darf kein Selbstzweck werden. Und überwiegend positive Antworten können auf den ersten Blick zwar stolz machen, sollten aber eher als Warnsignal verstanden werden.
Denn in der aktuellen Zeitenwende, in der sich etablierte Märkte etwa im Maschinenbau oder der Autozulieferindustrie, aber auch im Handel binnen kurzer Zeit radikal verändern, sind Unternehmen, ihre Beschäftigten und ihre Kunden permanenten Veränderungen und großem Stress ausgesetzt.
Gerade wenn die Risiken überhandzunehmen scheinen, ist es wichtig, neue Chancen zu identifizieren und die richtigen Investitionsentscheidungen zu treffen. Doch genau dafür braucht es den klaren Blick – und ehrliche Antworten.
Belastbare Daten sind die Grundlage für passgenaue Investitionsentscheidungen
Dennis Wegner rät den Firmen aus der Pfalz: „Im Unternehmensalltag treffen wir jeden einzelnen Tag unzählige Entscheidungen. Viele davon basieren auf unserem Bauchgefühl oder auf jahrelanger Erfahrung – und genau das macht uns oft schnell und handlungsfähig.
Doch es gibt auch Entscheidungen, die so weitreichend sind, dass ein impulsiver Moment nicht ausreicht. Entscheidungen, die unser Team, unsere Prozesse oder sogar die gesamte Unternehmensentwicklung nachhaltig beeinflussen können. In diesen Momenten brauchen wir Klarheit. Wir brauchen echte, aussagekräftige Daten, die uns dabei helfen, die bestmögliche Entscheidung zu treffen.“
Unternehmen wie easyfeedback helfen den Mittelständlern dabei, Situationen und Prozesse bewusst zu hinterfragen – und schaffen auf diese Weise die Grundlage, mit echten Daten sicher, klar und selbstbewusst die richtigen Entscheidungen zu treffen.
In der Praxis beobachten viele Experten wie Dennis Wegner, dass es zwar viel Feedback gibt, aber selten wirklich aufrichtiges. Doch falsche oder zurückgehaltene Antworten führen letztlich zu Fehlentscheidungen – Irrwege, die sich kein Unternehmen in diesen bewegten Zeiten leisten kann.
Feedback-Profi Wegner benennt die häufigsten Fehler: „Fragen werden so formuliert, dass sie fast zwangsläufig positive Antworten erzeugen. Oder bestimmte Fragen werden gar nicht erst gestellt, weil man die Antwort bereits erahnt – oder schlicht nicht hören möchte.
Und genau das halte ich für äußerst fragwürdig. Wenn wir den Prozess schon am Anfang verzerren, brauchen wir ihn eigentlich gar nicht durchzuführen. Dann wird eine gesamte Umfrage, ein komplettes Feedbackprojekt, zur reinen Fassade – etwas, das nach außen gut aussehen soll, aber intern keine Wirkung entfaltet.“
Neben der Offenheit und Ehrlichkeit bei der Konzeption eines Feedbacks ist noch ein weiterer Punkt entscheidend: Auf Basis der gewonnenen Daten müssen Firmen dann auch konkrete Maßnahmen treffen. Wegner: „Es geht darum, ins Handeln zu kommen.“

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