Mittwoch 22.April 2026

Wanderauftakt in der VG Bellheim: Einweihung der neuen „Erlebnisstation Friedrichsbühl“

Renaissance-Tor lässt lokale Geschichte wieder aufleben

29. März 2026 | Kategorie: Allgemein, Kreis Germersheim, Regional, Regional

Kilian Kunz, Bellemer Lord Marco Schmitt, Sebastian Kraus und Bürgermeister Gärtner (v.l.)  bei der Einweihung des rekonstruierten Tores.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Bellheim. Der Wanderauftakt in der Verbandsgemeinde Bellheim fand am Samstag, (28. März) im Rahmen eines kleinen Festakts am Bellheimer Schützenhaus statt. Fast 100 Personen hatten sich dort eingefunden um zum einen die Wandersaison in der VG Bellheim, zum anderen den Start eines, für die Region ganz besonderen Projekts, mitzuerleben.

Bürgermeister Gerald Job, 1. Vorsitzender Südpfalz-Tourismus VG Bellheim, begrüßte Landrat Martin Brandl, verschiedene Ehrengäste, die Hoheiten der Verbandsgemeinde sowie viele Wanderbegeisterte unter denen sich auch die Rad- und Wanderführer der VG Bellheim befanden.

Landrat Brandl lobte den „sehr aktiven Pfälzerwaldverein“ mit 32000 Mitgliedern und die ebenso aktive Bellheimer Ortsgruppe: „Wandern liegt sehr im Trend“. Es sei ihm ein Anliegen gewesen, hier zu sein. Die reichhaltige lokale Geschichte werde erlebbar gemacht, darauf könne man stolz sein, so Brandl.

Nach diesen ersten Worten, die natürlich Lust machten, Näheres zu erfahren, wanderte die große Gruppe unter Führung des engagierten Ortsgruppen-Mitglieds Arno Kern auf dem sehr gut zu gehenden, breiten Weg, dem ca. 6 Kilometer langen „Friedrichsbühl-Rundwanderweg“ zunächst bis zur ca. 1 Kilometer entfernten Wüstung des ehemaligen Jagdschlosses „Friedrichsbühl“.

Vorbei ging es unter anderem an im März neu gepflanzten Bäumchen. Unter dem Motto „Gemeinsam für die Zukunft“ hatten Kindergartenkinder etwa 400 junge Bäume – vor allem Eichen, Esskastanien und Ahorne – auf drei vorbereiteten Pflanzfeldern bei den Holzwiesen am Birkenschlag, gepflanzt. Zu jedem selbst gepflanzten Bäumchen durften sie ein kleines Namensschild aufstellen – so können sie später beobachten, wie „ihr“ Baum wächst.

So sah Schloss Friedrichsbühl aus.
Quelle: www.friedrichsbühl.de

Die Aktion vermittele den Kindern auf spielerische Weise Verantwortung für die Natur, Nachhaltigkeit und den Schutz des Waldes, so Kern. Die Pflanzung wurde übrigens über das LEADER-Programm der EU gefördert.

Die Stimmung bei den Wanderern war sehr gut, manche hatten ihre Hunde dabei, auch für die Kids war im Wald viel zu sehen – man sah, dass der Ausflug allen gut gefiel.

Nach etwas mehr als einem Kilometer kam dann das eigentliche Ziel ins Blickfeld. Seit Anfang des Jahres ist es gelungen, dort einen bedeutenden Teil der Geschichte mit der neuen „Erlebnisstation Friedrichsbühl“ wieder auferstehen zu lassen.

Und vor Ort fand ein zweiter kleiner Festakt statt: Ortsbürgermeister Paul Gärtner (Bellheim) weihte zusammen mit den ausführenden Firmen K2 (Kilian Kunz) und der Schreinerei Kraus (Sebastian Kraus) die Station offiziell ein.

Etwa vier Meter hoch erhebt sich die Rekonstruktion des Renaissance-Tors exakt dort, wo es sich ursprünglich einst als Eingangstor zum Schloss Friedrichsbühl befunden hat.

Das noch erhaltene Renaissance-Tor (heute im Historischen Museum der Pfalz) der früheren Schlossanlage, wurde mit Hilfe von 3-D-Scan digitalisiert und in Holz rekonstruiert. Ein innovatives, EU-gefördertes Projekt, mit dem die beiden Bellheimer Firmen Neuland betreten haben.

Neben dem physischen Tor erstrahlt auch das ehemalige Schlossgebäude in neuem Glanz. Mit Hilfe eines QR-Codes wird der historische Ort für ein breites Publikum virtuell auf dem Handy erlebbar (www.friedrichsbuehl.de).

Kilian Kunz von K2 hat das kurfürstliche Jagdschloss Friedrichs II (16. Jh.) mit AR nachgebaut. Über einen weiteren QR-Code spielt sich eine Tonspur ab, die die wechselvolle Geschichte des Schlosses erzählt. Schon im 30jährigen Krieg zerstört, erlebte es als Gestüt des Wiener Hof eine zweite Blüte. Heute ist nur noch das repräsentative Tor im Foyer des Historischen Museums, das es seit nunmehr 130 Jahren beheimatet, original zu besichtigen.

Ein dritter QR-Code leitet Besucher auf eine Landing-Page, auf der man ein Selfie (datenschutzkonform) an die Tourist-Information übermitteln kann.

„Die Wanderung ist die erste von insgesamt 13 Touren, die Südpfalz-Tourismus VG Bellheim zusammen mit einem Team aus sieben qualifizierten Rad- und Wanderführern im Zeitraum von März–September anbietet“, erläuterte Esther Grüne, Geschäftsführerin Südpfalz Tourismus VG Bellheim, die vor Ort die touristische Strahlkraft der „Erlebnisstation Friedrichsbühl“ betonte.

Die onlinebuchbaren Touren sind in neuen Flyer vorgestellt. Die Touren vermitteln Gästen und Einheimischen kurzweilig und informativ regionale Themen zu Kultur, Landschaft, Kulinarik und Natur.

Weitere Informationen:

Südpfalz-Tourismus VG Bellheim e.V., Schuberstr. 18, 76756 Bellheim,
Tourismus@vg-bellheim.de (mailto:Tourismus@vg-bellheim.de), T. (07272) 7008-160, www.queicherleben.de

Fotogalerie Pfalz-Express

Kleine Nachfrage

Pfalz-Express: „Herr Kunz, ich könnte mir gut vorstellen, dass man das „Schlossgelände“ noch genauer untersuchen und /oder ein Schlossfest dort installieren würde. Wie auch immer, es ist auf jeden Fall ein touristisches Highlight für Bellheim und darüber hinaus. Was wäre die Schwierigkeit dies alles tatsächlich umzusetzen? Möglicherweise würde man doch auf jetzt noch verborgene Artefakte stoßen?“ 

Kilian Kunz: „Das Gelände wurde natürlich ausgiebig untersucht, auch mittels Sondengänger. Da dort im ersten Weltkrieg eine Geschützstellung war, sind auch noch andere Spuren in der Erde. Das war der Schritt, möglicherweise entwickelt sich das Projekt weiter…

Der Film zum Projekt und zur Eröffnung ist seit heute (29. März) online:

Zur Startseite

Abonnieren Sie auch unseren Pfalz-Express-Kanal bei YouTube

Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Kommentare sind geschlossen