Dienstag, 27. Oktober 2020

Vroniplag stellt Giffeys Doktorarbeit vernichtendes Zeugnis aus

3. Mai 2019 | 6 Kommentare | Kategorie: Nachrichten, Politik

Franziska Giffey
Foto; dts Nachrichtenagentur

Berlin  – Die Plagiatsjäger der Internetplattform „Vroniplag“ stellen der Doktorarbeit von Familienministerin Franziska Giffey ein vernichtendes Zeugnis aus.

„Die Arbeit hätte so als Doktorarbeit nicht angenommen werden dürfen, da sind grundlegende Standards des Zitierens von Quellen nicht eingehalten worden“, sagte Gerhard Dannemann, Aktivist bei der Plattform, am Freitag dem Nachrichtensender n-tv.

„Es häuft sich vor allem in den Teilen, wo der Forschungsstand diskutiert wird, die Methodik und der Rahmen, für das was sie dann schließend näher in ihrer Doktorarbeit diskutiert“, sagte Dannemann. „Da gibt es insbesondere zwei Fehler: Es werden Quellen nicht richtig genannt, aus denen deutlich mehr übernommen wurde, als eigentlich angegeben wurde. Das sind oft Einführungswerke, Nachschlagewerke. Und vielleicht noch gravierender: Es gibt eine unglaublich große Anzahl von Blindzitaten und Fehlzitaten.“

Das bedeute, dass Giffey Belege „einfach blind übernommene“ und nicht nachgeprüft habe. „Und hätte man sie nachgeprüft, hätte man feststellen können, dass Vieles daran falsch ist.“

Das sei eigentlich noch schlimmer, weil damit eine wesentliche Funktion in der wissenschaftlichen Diskussion ausgeschaltet werde. „Die Perpetuierung von Fehlern, ist etwas was man mit dieser Art des schlampigen Arbeitens leider sehr fördert.“

Insgesamt wollen die Vroniplag-Prüfer in Giffeys Doktorarbeit mit dem Titel „Europas Weg zum Bürger“ auf 37 Prozent der gut 200 Seiten Verstöße gegen wissenschaftliche Regeln gefunden haben. Das Ergebnis der Untersuchung der Freien Universität Berlin, die auf Bitte von Giffey ebenfalls ihre Arbeit prüft, ist noch nicht bekannt. (dts Nachrichtenagentur)

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6 Kommentare auf "Vroniplag stellt Giffeys Doktorarbeit vernichtendes Zeugnis aus"

  1. AntiAntifa sagt:

    „Die Perpetuierung von Fehlern, ist etwas was man mit dieser Art des schlampigen Arbeitens leider sehr fördert.“
    —————–
    Was sagen Sie zu dem Vorwurf von Professor Peter Grottian, Sie hätten „vom Handwerk wissenschaftlichen Arbeitens nur einen blassen Schimmer“?

    Werden Sie aufgrund dieser Vorwürfe Ihr Amt als Familienministerin niederlegen?

    Wenn nein, würden Sie dies bei der Aberkennung Ihres Doktortitels tun?

    Fanden Sie die Entscheidungen von Karl-Theodor zu Guttenberg und Annette Schavan richtig, ihre Ämter niederzulegen, nachdem ihnen der Doktorgrad aberkannt wurde – falls ja, warum, falls nein, warum nicht?

    Schadet unsauberes Arbeiten in Dissertationen oder sonstigen wissenschaftlichen Arbeiten dem Grundvertrauen, das Bürger in PolitikerInnen haben sollten?“

    focus.de

    • qanon sagt:

      Ich kann ehrlich gesagt keinen Unterschied zu der Doktorarbei der UvdL erkennen. Die Uni Hannover hat der UvdL den Doktortitel nicht abererkannt. Hätte Giffey Anstand würde sie den Doktortitel zurückgeben und das Minsiteramt abgeben. UvdL hat weder das eine noch das andere.

      Angela Merkel hat es in ihrer Dissertation übrigens fertig gebracht in der Literaturquelle ihre eigene Dissertation zu erwähnen. Ein Siemenslufthaken der Doktorarbeitstechnik sozusagen.

      • eliza doolittle sagt:

        qanon, sie spötter ! ich hoffe für sie, dass sie nicht in diese lage kommen und dann möglicherweise auf dem trockenen sitzen 🙂

        Es wäre, so Baum, für die Doktorarbeit gar nicht nötig gewesen, eine neue wissenschaftliche Erkenntnis zu finden. Aber von der Leyen habe das geschafft. Sie hat Frauen in der Klinik beobachtet und herausgefunden, dass sich ein Bad auch auf Schwangere mit vorzeitigem Blasensprung positiv auswirkt. Zur Entstehungszeit der Doktorarbeit hatte es dagegen Bedenken gegeben – man fürchtete …

        Trotz Plagiaten Darum darf von der Leyen ihren Doktor behalten
        Ursula von der Leyen hat nachweislich in ihrer Doktorarbeit plagiiert
        spiegel.de/lebenundlernen/ 09.03.2016

        ——
        ich werde mich jetzt auf die suche nach den bahnbrechenden erkenntnissen von frau giffey machen.

      • eliza doolittle sagt:

        @qanon

        hat sich frau merkel in ihrer dissertation auf die nachfolgend genannte diplomarbeit bezogen?

        plagipedi.wikia.org, matrixhacker, leider sehr dünn:
        Merkel, Angela (1986): „Untersuchung des Mechanismus von Zerfallsreaktionen mit einfachem Bindungsbruch und Berechnung ihrer Geschwindigkeitskonstanten auf der Grundlage quantenchemischer und statistischer Methoden“, Dissertation, Berlin, Akad. d. Wiss. d. DDR.
        (Diplomarbeit war laut Wikipedia: Merkel, Angela, 1978: „Der Einfluß der räumlichen Korrelation auf die Reaktionsgeschwindigkeit bei bimolekularen Elementarreaktionen in dichten Medien“).

        = links und auflistung ihrer publikationen
        —–
        für interessierte: es gibt die doktorarbeit von frau merkel auch kommentiert auf youtube. vielleicht ist hier jemand vom „fach“?

      • Chris sagt:

        „Angela Merkel hat es in ihrer Dissertation übrigens fertig gebracht in der Literaturquelle ihre eigene Dissertation zu erwähnen. Ein Siemenslufthaken der Doktorarbeitstechnik sozusagen.“

        Ich denke sie haben das Literaturverzeichnis der Dissertation vorliegen. Ansonsten würden sie sowas ja nicht behaupten. Oder? Vielleicht haben sie das auch einfach nur irgendwo im Netz gelesen und verbreiten das jetzt einfach mal ungeprüft weiter. Wäre ja nicht ungewöhnlich für sie.
        Könnte es sein dass sie vorherige Publikationen aus ihrer Feder als Quelle genutzt hat? Das halte ich für sehr wahrscheinlich.

  2. Aufgewachte sagt:

    Und warum ist Frau Giffey noch nicht zurückgetreten? Gibt es für SPD-Mitglieder Sonderregelungen?

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