Montag 12.Oktober 2026

Unwetter im Blick: Landrat Brandl und Katastrophenschützer Christian Betzel treffen sich mit Wetter-Experte Malte Neuper 

9. April 2025 | Kategorie: Kreis Germersheim

Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Christian Betzel, Meteorologen Malte Neuper und Landrat Martin Brandl (v.l.) bei der Besprechung im Kreishaus.
Foto: KV GER / mda

Kreis Germersheim – Starkregen, vollgelaufene Keller, überforderte Abflüsse und jede Menge Blaulichteinsätze – das vergangene Jahr hat auch den Landkreis Germersheim nicht verschont.

In Wörth beispielsweise sorgten extreme Regenmengen für Großeinsätze von Feuerwehr und Katastrophenschutz. Um künftig besser vorbereitet zu sein, hat sich Landrat Martin Brandl jetzt im Kreishaus mit dem Diplom-Meteorologen Malte Neuper und mit Christian Betzel, dem Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) des Landkreises, zusammengesetzt.

Christian Betzel bringt als oberster Katastrophenschützer im Kreis nicht nur langjährige Erfahrung mit, sondern auch einen klaren Blick auf die Herausforderungen vor Ort. Für ihn war das Treffen mit Neuper ein wichtiger Schritt: „Malte Neuper betreut das Niederschlagsradar www.radar-info.de am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Darüber lassen sich Niederschlagsmengen auch für unseren Landkreis in Echtzeit erfassen – das kann für uns in Sachen Frühwarnung und Einsatzüberwachung ein echter Mehrwert sein“, so Betzel.

Das Zusammenspiel von Wetterdaten und Katastrophenschutz ist für Betzel ein entscheidender Punkt. Denn gerade bei Starkregenereignissen zählt oft jede Minute. Je präziser die Vorhersagen, desto gezielter können Einsatzkräfte koordiniert werden. „Wenn wir rechtzeitig wissen, wo es kritisch wird, können wir schneller reagieren – und unter Umständen Schäden verhindern oder zumindest begrenzen“, erklärt er. Eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Wetter-Experten hält er daher für absolut sinnvoll: „Wir werden die Gespräche auf jeden Fall fortsetzen.“

Auch Landrat Brandl zeigte sich offen für weitere Schritte. „Es ist gut zu wissen, dass wir im Landkreis auf einen Experten zurückgreifen können, der sich seit vielen Jahren mit Wetterextremen beschäftigt – und das mit großem Engagement. Beim Termin konnten wir bereits viele Informationen austauschen. Ob wir künftig enger zusammenarbeiten, werden wir nun intern beraten“, so Brandl.

Malte Neuper, der bereits auf eine 25-jährige Laufbahn in der Meteorologie zurückblicken kann und dabei auch international tätig war, beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Entwicklung von Konzepten zur Gefahrenabwehr. In Wörth hatte er kürzlich im Rahmen einer Veranstaltungsreihe der Klimaschutzmanagerinnen und -manager im Landkreis vor rund drei Dutzend Interessierten über Starkregenrisiken referiert. Auch dort wurde deutlich: Extremwetter wird häufiger – und es braucht kluge Strategien, um darauf zu reagieren.

Wie genau ein erweitertes Warn- und Einsatzmanagement im Landkreis Germersheim künftig aussehen könnte, soll in den nächsten Wochen und in weiteren Gesprächen ausgelotet werden. Der Auftakt im Kreishaus diente in erster Linie dazu, sich kennenzulernen und erste gemeinsame Ideen zu entwickeln – „frei zu denken“, wie es Christian Betzel im Nachgang formulierte.

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