
Tisza-Wahlparty am 12. April 2026
Foto: dts Nachrichtenagentur
Budapest – Ungarns bisheriger Ministerpräsident Victor Orbán hat am Sonntagabend seine Niederlage bei der Parlamentswahl eingestanden. Das Wahlergebnis sei „eindeutig und schmerzhaft“, so der Fidesz-Parteichef.
Kurz zuvor hatte sein Herausforderer Péter Magyar auf Facebook geschrieben, dass Orbán ihm telefonisch zum Sieg gratuliert habe. „Vielen Dank, Ungarn“, schrieb er. „Soeben hat uns Ministerpräsident Viktor Orbán telefonisch zu unserem Sieg gratuliert.“
Nach Hochrechnungen des nationalen Wahlbüros liegt Magyars Partei Tisza klar vorne. Bei einem Auszählungsstand von 60,24 Prozent der Stimmen kann Tisza derzeit mit 136 der 199 Sitze rechnen. Damit hätte die neu im Parlament vertretene Partei eine Zweidrittelmehrheit, mit der sie die Verfassung ändern könnte.
Orbáns Partei Fidesz, die gemeinsam mit dem Regierungspartner KDNP bei der letzten Wahl 135 Sitze gewonnen hatte, würde deutlich verlieren und käme nunmehr auf 56 Abgeordnete. Mi Hazánk Mozgalom käme auf 7 Sitze.
106 der 199 Sitze im ungarischen Parlament werden über die Erststimmen in Einerwahlkreisen mit einfacher Mehrheit vergeben. Für die übrigen 93 Mandate werden neben der Listenstimmen auch all die Stimmen berücksichtigt, die die unterlegenen Direktkandidaten erhalten haben, sowie all die Stimmen, um die die Wahlkreisgewinner vor den jeweils Zweiplatzierten liegen.
Gratulationen aus der EU
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Péter Magyar zum Wahlsieg gratuliert. „Ich gratuliere dem ungarischen Wahlsieger Péter Magyar herzlich zu seinem überzeugenden Erfolg“, erklärte Merz am Sonntagabend. „Ich habe bereits mit ihm telefoniert und ihm meine besten Wünsche für die große Aufgabe übermittelt. Wir werden kraftvoll für ein starkes, sicheres und vor allem geeintes Europa zusammenarbeiten“, so der Bundeskanzler.
Zuvor hatten unter anderem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) und EVP-Chef Manfred Weber (CSU) Magyar gratuliert.
Von der Leyen schrieb, Ungarn auf seinen europäischen Weg zurück und die europäische Union werde stärker. Macron wertete Magyars Wahlsieg als Zeichen der demokratischen Teilhabe, Bekenntnis des ungarischen Volkes zu den Werten der Europäischen Union und als Zeichen für Ungarns Stellung in Europa.
Weber sprach gegenüber dem „Spiegel“ davon, dass nach der Wahlniederlage Viktor Orbáns die Rechtspopulisten in Europa „ihre Identifikationsfigur“ verlieren würden. (dts Nachrichtenagentur)

Tisza-Anhänger feiern auf der Wahlparty.
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