Berlin – Die Generalsekretärin der FDP, Nicola Beer, und mehrere Grünen-Politiker haben sich nach der Sperrung des Twitter-Accounts des Satiremagazins „Titanic“ für die Abschaffung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) ausgesprochen.
„Die vergangenen Tage haben eindringlich gezeigt, dass private Anbieter nicht in der Lage sind, in allen Fällen mutmaßlich strafbarer Äußerungen im Netz die richtige Entscheidung darüber zu treffen, ob eine rechtswidrige, eine satirische oder aber eine geschmacklose, in einer Demokratie aber zu ertragende Meinungsäußerung vorliegt“, sagte Beer der „Welt am Sonntag“.
„Wir brauchen die sachgerechte Ausstattung der Strafverfolgungsbehörden zur Durchsetzung des Rechts auch im Netz, nicht die Privatisierung dieser Entscheidungen bei internationalen Plattbetreibern wie mit dem NetzDG.“ Es gehe drunter und drüber.
„Schwer erträglich, wie Justizminister Maas mit dem NetzDG nicht nur keine Rechtssicherheit schafft, sondern rassistischen Populisten sogar noch eine Plattform für Provokation und die Stilisierung als in ihrer Meinungsfreiheit Beschränkte bietet“, so Beer.
Das Gesetz sei „vermurkst und gehört durch ein ordentliches ersetzt, wie es Freie Demokraten schon vor Weihnachten in den Bundestag eingebracht haben.“
Ähnlich beurteilt Simone Peter das NetzDG. Der „Welt am Sonntag“ sagte die Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen: „Die Sperrung des Twitter-Accounts der Titanic offenbart die Schwächen des mit viel zu heißer Nadel gestrickten Netzwerkdurchsetzungsgesetzes.
Es ist nicht hinnehmbar, dass ein US-amerikanisches Unternehmen wie Twitter die Meinungs- und Pressefreiheit in Deutschland beeinflusst. Denn offensichtlich ignorierte Twitter, dass es sich bei der Titanic um ein Satiremagazin handelt.“
Die Grünen sähen deshalb deutlichen Nachsteuerungsbedarf im Kampf gegen Hass und Hetze im Netz, wie sie gerade auch von AfD-Politikern massiv betrieben wird. „Wir haben eine klare, rechtsstaatliche Alternative zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz im vergangenen Jahr vorgelegt. Dabei müssen Plattformen wie Twitter in die Pflicht genommen werden, ohne dass ihnen dabei die Richterrolle zukommt“, sagte Peter der „Welt am Sonntag“.
Konstantin von Notz, der netzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion warnt ebenfalls vor den Folgen des NetzDG. Der „Welt am Sonntag“ sagte von Notz: „Die Sperrung des Twitter-Accounts der Titanic zeigt natürlich deutlich die Gefahr des Overblockings durch viel zu kurze Löschfristen und unbestimmte Rechtsbegriffe, die wir im Gesetzgebungsverfahren deutlich kritisiert haben.
Denn offensichtlich wurden hier Kontextinformationen, wie, dass es sich bei dem Account-Betreiber um ein Satiremagazin handelt, gerade nicht mit in die Entscheidung mit einbezogen. Diese `Kollataralschäden` entstehen mit Ansage, denn die Große Koalition hat dies Gesetz sehenden Auges so grob gestrickt, und so ist der von uns und vielen Experten angemahnte Reformbedarf überfällig.“ (dts Nachrichtenagentur)

Diesen Artikel drucken



Berlin – Die Opposition im Bundestag sieht sich ein Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes gegen Hass im Internet in ihrer Kritik an ...
Köln – Twitter klagt vor dem Verwaltungsgericht Köln gegen eine Neuerung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG). Das Unternehmen wehrt sich gegen die zum 1. ...
Erfurt – Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat den angekündigten Rückzug des Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck von Twitter und Facebook bedauert. „Das ist ...
Berlin – Die Grünen hoffen durch die Regenbogenfarben-Debatte im Fußball auf wachsende Solidarität mit Homosexuellen und transgeschlechtlichen Menschen und damit auf die ...
Ankara – In der Türkei sind die Videoplattform YouTube und der Kurznachrichtendienst Twitter nicht mehr erreichbar. Die Sperrung sei nach der Geiselnahme ...
Berlin – Die Anforderungen des sogenannten Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) stellen die betroffenen Online-Plattformen offenbar vor große Herausforderungen. Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz verpflichtet Internet-Plattformen, strafbare Hassreden ...
Washington- Twitter hat das Benutzerkonto von US-Präsident Donald Trump dauerhaft abgeschaltet. „After close review of recent Tweets from the @realDonaldTrump account and ...
Berlin – Als Konsequenz aus dem millionenfachen Datenmissbrauch bei Facebook verlangen die Grünen eine Zerschlagung des US-Internetkonzerns. „Da, wo kein Wettbewerb mehr ...
Menlo Park – Die US-Firma Facebook sperrt die Accounts des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump für insgesamt zwei Jahre. Das teilte das Unternehmen ...
Berlin – Am Mittwoch sind zahlreiche Twitter-Accounts gehackt worden. Auch über viele verifizierte Accounts wurden dabei Nachrichten verbreitet, die sich gegen die ...
Berlin – Das Satire-Magazin „Titanic“ bekommt Mitte Oktober einen neuen Chefredakteur. Der bisherige Online-Redakteur Tim Wolff löst Leo Fischer ab, der wie ...
Berlin – Nach Ansicht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, wäre Jesus heutzutage auf Internetseiten wie Facebook und Twitter aktiv. Er ...












