
Foto: dts Nachrichtenagentur
Hannover – Europas größter Tourismuskonzern Tui erwartet im Sommer 2021, dass viele Jets in den Mittelmeerraum ausgebucht sein werden.
Das sagt Vorstandschef Fritz Joussen der „Rheinischen Post“. „Wir erwarten einen schon weitgehend normalen Sommer“, sagt er. Man werde aber „nur rund 80 Prozent so viele Flugreisen anbieten wie in den Jahren vor der Coronakrise, um eine optimale Auslastung zu erreichen.“
Damit wolle das Unternehmen Überangebote verhindern. „In den Ferien im Juli und August ist es wahrscheinlich, dass die Jets auf manchen Strecken im Mittelmeerraum schnell ausgebucht sind“, sagte Joussen.
Das Angebot für Mai sei zu 50 Prozent ausgebucht, so der Tui-Chef weiter. Das Unternehmen biete die meisten Reisen zwar zu den gleichen Preisen wie 2020 und 2019 an, doch die Urlauber würden mehr für Reisen ausgeben. „Die Kunden buchen hochwertiger. Viele haben zusätzlichen Spielraum im Budget, wählen dann ein 5- statt das 4-Sterne-Hotel.“
Ein Grund sei, dass Gutscheine für 2020 stornierte Reisen eingelöst werden. Außerdem gebe es „einen hohen Nachholbedarf.“ Joussen: „Alle unsere Marktforschungen zeigen, dass es eine enorme Sehnsucht der Menschen gibt, nach dieser schwierigen Corona-Zeit wieder schöne Reisen machen zu können.“
Joussen rechnet damit, dass die aktuellen Impfungen alle Reiserestriktionen unnötig machen: „Wenn wir die besonders gefährdeten Gruppen vor einer Infektion geschützt haben, können die Einschränkungen insgesamt stark fallen.“ Er ergänzt: „Reiserestriktionen wären dann nicht mehr verhältnismäßig.“
Der Tui-Chef kündigte an, im Jahr 2021 würden alle 16 Kreuzfahrtschiffe des Konzerns wieder eingesetzt. Wichtigste Ziele würden im Sommer wohl Spanien, Griechenland, die Türkei, Zypern und Portugal sein.
Auch bei inländischen Destinationen mit Autoanreise rechnet er mit hoher Nachfrage. Erst 2022 sei allerdings damit zu rechnen, dass die Tourismusbranche sich wieder auf das Niveau des früheren Rekordjahres 2019 erhole, 2021 werde allein wegen eines zu erwartenden noch schwachen ersten Halbjahres noch „ein Jahr des Überganges“.
Er sei aber sicher, dass sich das Urlaubsgeschäft deutlich schneller erhole als das allgemeine Reisegeschäft inklusive Geschäftsterminen: „Videokonferenzen ersetzen weiterhin so manches Gespräch, aber ein Urlaubserlebnis lässt sich nicht digital ersetzen.“ (dts Nachrichtenagentur)

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