
Foto: Pexels / Yan Krukau
SÜW – Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Südliche Weinstraße hat sich dafür ausgesprochen, eine feste Stelle für Familienhebammen zu schaffen. Damit soll das Angebot für Eltern und Kinder in schwierigen Lebenslagen gesichert werden. Der Kreistag muss noch darüber entscheiden.
Familienhebammen sind Hebammen oder Kinderkrankenschwestern mit einer Zusatzausbildung. Sie begleiten Familien bis zu einem Jahr nach der Geburt eines Kindes und helfen ihnen bei der Pflege, Ernährung, Entwicklung und Förderung des Kindes. Sie geben auch praktische Tipps, vermitteln weitere Hilfen und fördern die Bindung zwischen Eltern und Kind. Das Angebot ist freiwillig und kostenlos.
Derzeit arbeiten zwei Familienhebammen für das Kreisjugendamt auf Honorarbasis. Doch diese wollen nicht mehr freiberuflich tätig sein, wie der Erste Kreisbeigeordnete Georg Kern berichtete. Es gebe immer weniger Hebammen, was auch die Familienhebammen betreffe. Wenn die beiden Fachkräfte aufhören würden, stünde das Angebot vor dem Aus.
Um das zu vermeiden, hat das Jugendamt vorgeschlagen, eine feste Stelle für Familienhebammen bei der Verwaltung einzurichten. Diese könnte von zwei Familienhebammen in Teilzeit besetzt werden. Das hätte den Vorteil, dass eine Vertretung möglich wäre. Die Leiterin des Kreisjugendamts, Hannelore Schlageter, betonte die Wichtigkeit des Angebots für den Kinderschutz. „Wir haben viele gute Erfahrungen mit den Familienhebammen gemacht“, sagte sie.
Die Finanzierung der Stelle wäre zum Teil durch Bundesmittel möglich. Der Bund stellt den Jugendämtern jedes Jahr Geld aus einer Stiftung für Frühe Hilfen zur Verfügung. Für 2024 stehen dem Jugendamt SÜW rund 39.000 Euro zu. Der Rest müsste aus dem Kreishaushalt kommen. Das wären rund 16.000 Euro für Sozialversicherungsbeiträge und Zusatzversorgung.
Das Jugendamt ist sich bewusst, dass im Haushalt 2024 keine neuen Stellen geplant sind. Dennoch hofft es auf die Zustimmung des Kreistags, der in der nächsten Sitzung über den Vorschlag abstimmen soll.

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