Freitag 9.Oktober 2026

Streunerpfoten Südpfalz e. V.: Mit selbstgebauten Fallen im Einsatz für Streunerkatzen

3. Oktober 2026 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Regional, Regional

Am 26. September wurden eifrig Fallen gebaut.
Quelle: Streunerpfoten Südpfalz e.V.

Südpfalz. Der Verein Streunerpfoten Südpfalz e. V. mit Sitz in Billigheim-Ingenheim war am 26. September wieder im vollen Einsatz für streunende und verwilderte Katzen.

Katzenschutz bedeutet nicht nur Füttern und Betreuen – manchmal heißt es auch: bauen, schrauben, tüfteln und gemeinsam anpacken. „Genau das haben wir am vergangenen Samstag, 26. September, bei unserem Fallenbautag gemacht“, erzählt Antje Reinacher vom Verein. „Viele fleißige Helfer waren dabei – darunter erfreulicherweise auch einige unserer Männer. Und auch unser Nachwuchs hat kräftig mit angepackt.“

Am Ende habe man richtig viel schaffen können: große und kleine Anruffallen, drei Kofferfallen und mehrere Benkler-Boxen. Allein für das benötigte Material seien rund 1.000 Euro ausgegeben worden. „Und damit unsere Anruffallen auch sinnvoll eingesetzt werden können, benötigen wir zusätzlich noch Kameras und passende Akkus – dafür rechnen wir mit weiteren knapp 1.000 Euro.“

Das klingt nach viel Geld. Für die tägliche Arbeit des Vereins sind diese Anschaffungen jedoch unglaublich wertvoll. Eine Kamera zeigt, wann eine Katze tatsächlich an der Futterstelle auftaucht. So lässt sich der richtige Zeitpunkt für den Fang abpassen, statt immer wieder auf Verdacht hinzufahren. Gutes Equipment bedeutet weniger unnötige Wartezeit, deutlich kürzere Fahrwege, geringere Fahrtkosten – und gleichzeitig die Möglichkeit, mehr Katzen zu helfen.

Gerade bei scheuen und verwilderten Tieren kann sich ein Fang über viele Tage oder sogar Wochen hinziehen. Jede eingesparte Fahrt und jede gewonnene Stunde hilft, die begrenzten Kapazitäten dort einzusetzen, wo sie wirklich gebraucht werden.

Der Verein arbeitet inzwischen mit verschiedenen Fallentypen. Neben normalen Drahtfallen, die sich zum Ausleihen oder für einzelne Katzen eignen, setzen die Streunerpfoten vor allem auf selbstgebaute Anruffallen.

Dafür werden große Hundeboxen umgebaut: Die Vordertür wird entfernt und durch eine selbstgebaute Tür aus MDF-Platte mit Stahlprofil ersetzt. Eine Falltür wird über ein Schrankschloss und einen Garagentoröffner mit SIM-Karte ausgelöst. Ein Anruf genügt, und die Klappe fällt herunter. Eine Live-Kamera (meist von Reolink) erlaubt die Beobachtung per Handy.

So können gezielt einzelne Katzen oder mehrere Kitten gefangen werden, ohne dass ein Tier in der Tür stecken bleibt – ein Risiko, das bei herkömmlichen Drahtfallen besteht. Auch normale Drahtfallen werden teilweise umgebaut, sodass die Auslösung seitlich per Schrankschloss erfolgt. Besonders praktisch sind die großen Anruffallen, wenn mehrere Tiere an einer Futterstelle leben, wenn eine Katze schon einmal aus einer Standardfalle entkommen ist oder wenn ein verletztes Tier noch einmal gesichert werden muss.

Ergänzt wird das Arsenal durch Kofferfallen – Zuziehfallen aus Holzrahmen und Katzennetz, die man per Schnur auslöst – und Benkler-Boxen. Letztere sind umgebaute Obstkisten, die sich über eine schon etwas vertraute Katze stülpen lassen. Über eine seitliche Tür und eine Umsetzbox kann das Tier anschließend sicher transportiert werden.

„Wir sagen immer zu Leuten, die schon ewig versuchen, eine Katze mit einer normalen Drahtfalle zu fangen und sagen ‚Ich kriege die Katze nicht‘: Doch, wir haben noch andere Möglichkeiten und kriegen die bestimmt“, so Reinacher.

Bisher habe es tatsächlich immer funktioniert – auch wenn es manchmal etwas länger dauert. Anruffallen und Kofferfallen baut der Verein inzwischen sogar im Auftrag anderer Tierschutzorganisationen. Die gefangenen Katzen werden kastriert und medizinisch versorgt: entfloht, entwurmt und bei Bedarf zahnmedizinisch behandelt.

Verwilderte Tiere, die an einer Futterstelle versorgt werden können, lässt der Verein wieder frei. Vermittelbare Katzen und Kitten sowie Tiere mit längerem Behandlungsbedarf werden an regionale Tierheime weitergegeben.

Der Verein selbst hält kaum Pflegestellen und vermittelt nur in Ausnahmefällen – maximal etwa zehn Tiere im Jahr. Die Kernkompetenz liegt klar beim Fangen und Kastrierenlassen. Allein im vergangenen Jahr seien über 300 Sicherungen gelungen.

Auch Tierheime der Region beauftragen die Streunerpfoten regelmäßig, damit sie selbst nicht ausrücken müssen. Deshalb freut sich der Verein über Unterstützung. Ob 5, 10, 20 Euro oder mehr – jeder Beitrag hilft, die Kosten für Kameras, Akkus und weiteres Fallenmaterial zu stemmen.

Spendenkonto

Kontoinhaber: Streunerpfoten Südpfalz e. V.
VR Bank Südpfalz

IBAN: DE48 5486 2500 0002 5259 17
BIC: GENODE61SUW

PayPal: paypal.me/Streunerpfoten oder streunerpfoten-suedpfalz@gmx.de

Der Verein klärt über seine Arbeit auf (hier beim Welttierschutztag Landau 2024).
Foto: Pfalz-Express

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