
„Doppelporträt Richard I. und Saladin“ von Manfred Herzog im Historischen Museum Speyer.
Foto: Carolin Breckle (Historisches Museum der Pfalz).
Speyer – Dem in Römerberg ansässigen Künstler Manfred Herzog wurde eine weitere Anerkennung zuteil.
Nach seiner letzten Einzelausstellung „Konfrontationen“ in der Orangerie vom Schlossgarten Schwetzingen im August 2017, die mit 2500 Besuchern und einem außergewöhnlichen medialen Interesse eine herausragende Resonanz hatte, ist nun ein Gemälde von ihm im Historischen Museum der Pfalz zu sehen.
Inspiriert von der dortigen Ausstellung „Richard Löwenherz – König, Ritter, Gefangener“ hat Herzog ein Gemälde geschaffen, das mit Richard Löwenherz und Sultan Saladin zwei wichtige Persönlichkeiten jener Zeit zeigt.
Seit gut einer Woche wird das 1,40 mal 2,20 Meter große Ölgemälde auf Leinwand im Ausgangsbereich der Sonderausstellung gezeigt. Es spiegelt das grundsätzliche Interesse des Künstlers an geschichtlich-historischen Abläufen bis in die Gegenwart wieder. Herzogs Œuvre wird von malerischen Manifesten gegen Unterdrückung und Gewalt, von kriegerischen Konflikten und maßgeblich handelnden Personen bestimmt, die oft in imaginären Figurationen zum Ausdruck kommen.
In diesem Sinne stehen sich auf dem großformatigen Doppelporträt Richard I. und Sultan Saladin gegenüber. Löwenherz als Anführer des 3. Kreuzzuges und Saladin als Sultan von Ägypten und Syrien. Für Herzog sind sie ein Paradebeispiel für zwei sehr unterschiedliche „Kriegsherren“, die beide für ihre vermeintlich richtige, aber im Ergebnis sehr blutige Sache eintraten.
Die Physiognomien psychologisch und mental zu charakterisieren, war für Herzog Inspiration und Herausforderung zugleich. Mit wehender Mähne, muskulösem Hals und einem in die Ferne gerichteten und auf geografische Begehrlichkeiten hinweisenden Blick stellt er Richard Löwenherz kämpferisch-entschlossen dar.
Saladin hingegen, der selbst von seinen Gegnern als fairer Führer geschätzt wurde, trägt eher nachdenklich-philosophische Züge. Die Handhaltung drückt Demut aus. Beim Porträt des Sultans hat sich Herzog an Lessings Ideendrama „Nathan der Weise“ orientiert.
Manfred Herzog ist Jahrgang 1949, in Speyer aufgewachsen und seit 40 Jahren freischaffend als Bildender Künstler tätig. Nach derzeitigem Sachstand wird 2019 erneut eine außergewöhnliche Ausstellung von ihm zu sehen sein.
Befürwortet von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz Interesse signalisiert, gesellschaftskritische Werke von Manfred Herzog in ihrem Zuständigkeitsbereich auszustellen. (mey)

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