Montag 14.September 2026

Speyer aus 1.500 Metern vermessen: Fast 10.000 Bilder zeigen, wo die Stadt Hitze speichert

13. August 2026 | Kategorie: Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional

Foto: @ Aerowest / über Stadt Speyer

Speyer – Zwei Messflüge, 25 Flugstreifen und 9.876 Aufnahmen: Speyer ist Ende Juli aus der Luft vermessen worden. Die Thermografie-Bilder sollen zeigen, welche Bereiche der Stadt sich besonders stark aufheizen und wo die Wärme auch über Nacht gespeichert wird.

Die Daten fließen in den sogenannten „Urbanen Digitalen Zwilling“ der Stadt ein. Dahinter steckt eine digitale Datengrundlage, in der Informationen über Gebäude, Umwelt, Straßen und andere Bereiche des Stadtgebiets zusammengeführt werden.

Stadt und Stadtwerke Speyer wollen damit unter anderem besser untersuchen, wie sich Hitze in der Stadt verteilt und welche Maßnahmen gegen die zunehmende Hitzebelastung sinnvoll sein könnten.

Foto: @ Aerowest / über Stadt Speyer

Ein wichtiger Baustein dafür ist die jetzt abgeschlossene Thermografie-Befliegung. Am 29. Juli wurde das Stadtgebiet aus rund 1.500 Metern Höhe zweimal vermessen: einmal kurz vor Sonnenaufgang und ein zweites Mal am Nachmittag, als sich die Oberflächen durch die Sonne stark aufgeheizt hatten.

Der Vergleich der beiden Messungen soll zeigen, welche Flächen sich tagsüber besonders stark erwärmen und welche die gespeicherte Wärme auch über Nacht wieder abgeben. So lässt sich beispielsweise untersuchen, warum manche Bereiche länger heiß bleiben als andere und wo Maßnahmen wie mehr Schatten, zusätzliche Bäume, Begrünung oder weniger versiegelte Flächen sinnvoll sein könnten.

Wichtig dabei: Die Wärmebilder messen nicht die Lufttemperatur. Erfasst wird die Temperatur der Oberflächen beziehungsweise die von ihnen ausgehende Wärmestrahlung. Die Thermalaufnahmen haben eine Auflösung von rund 30 Zentimetern pro Pixel.

Foto: Stadt Speyer

Zwei Flüge an einem Tag

Der erste Messflug begann bereits um 3 Uhr am Flughafen Paderborn/Lippstadt. Speyer sollte möglichst kurz vor Sonnenaufgang aufgenommen werden, nachdem die Oberflächen die längste Abkühlungsphase der Nacht hinter sich hatten. So lässt sich erkennen, welche Bereiche die Wärme vom Vortag besonders lange gespeichert haben.

Der zweite Flug folgte am Nachmittag. Die Flugcrew musste dabei den richtigen Zeitpunkt zwischen möglichst starker Aufheizung und aufziehenden Wolken abpassen. Die Befliegung begann gegen 14.30 Uhr im Westen des Untersuchungsgebiets. Gegen 16.30 Uhr war die letzte Fluglinie abgeschlossen – kurz danach wurden die Wolken über dem Projektgebiet deutlich dichter.

Geflogen wurde mit einer zweimotorigen Vulcanair P68C in rund 1.500 Metern Höhe. Das Untersuchungsgebiet war dafür in 25 Nord-Süd-Streifen aufgeteilt.

Rund ein Terabyte Rohdaten

Die beiden Messflüge über dem eigentlichen Projektgebiet dauerten zusammen rund vier Stunden. Dabei entstanden 9.876 hochauflösende RGB-, Nahinfrarot- und Thermalaufnahmen. Die Rohdaten umfassen rund ein Terabyte.

Foto: @ Aerowest / über Stadt Speyer

Jetzt beginnt die aufwendige Verarbeitung. Aus den fast 10.000 Einzelbildern müssen zusammenhängende und genau verortete Datensätze erstellt werden. Anschließend werden die verschiedenen Aufnahmen miteinander verglichen und in den Urbanen Digitalen Zwilling integriert.

Die Auswertung soll zeigen, welche Bereiche sich besonders stark aufheizen, wo Wärme lange gespeichert wird und welche Stadtbereiche sich nachts weniger gut abkühlen. Die Verarbeitung und Analyse bei der beauftragten Firma Aerowest soll voraussichtlich bis Oktober dauern. Erst danach stehen die aufbereiteten Ergebnisse für weitere Untersuchungen von Stadt und Stadtwerken zur Verfügung.

Foto: @ Aerowest / über Stadt Speyer

 

Foto: @ Aerowest / über Stadt Speyer

 

Foto: @ Aerowest / über Stadt Speyer

 

Foto: Stadt Speyer

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