
Symbolbild: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eingeräumt, dass die Kindermedizin in Deutschland nicht ausreichend mit Pflegepersonal versorgt ist.
Er wolle das Abrechnungssystem der sogenannten Fallpauschalen weiterentwickeln, sagte Spahn dem ARD-Politikmagazin „Kontraste“. Einen Systemwechsel lehnt er hingegen ab.
Kein Platz auf der Intensivstation – Kinder sterben
„Die schlimmste Auswirkung dieses Missstands ist, dass Kinder, die eigentlich auf eine Intensivstation gehören, keine Kapazität finden und versterben“, sagte Alex Rosen, Vorstand von „Ärzte in sozialer Verantwortung“, der selbst Leiter einer großen Kindernotaufnahme ist.
Auch die Berliner Charité musste bereits kleine Patienten abweisen. Der Direktor der Kinderklinik der Berliner Charité, Marcus Mall, bestätigte, wie Ärzte oft stundenlang nach Betten für schwerkranke Kinder suchen, um dann die kleinen Patienten kilometerweit ins Umland zu transportieren – in Einzelfällen sogar bis ins 200 Kilometer entfernte Rostock.
Abrechnungssystem führt zu Unterversorgung
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert, die medizinische Versorgung von Kindern aus diesem Abrechnungssystem ganz herauszulösen.
Seit 2004 werden in Deutschland Krankenhausleistungen pauschal und nicht mehr nach Arbeitszeit oder -aufwand abgerechnet. In der aufwändigeren Kindermedizin führte das zu einer dramatischen Unterversorgung. (dts Nachrichtenagentur/red)
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Das ist eine Schande. Wann genau gedenkt Herr Spahn etwas zu unternehmen? Kinder haben halt keine Lobby!