
Gut abgesichert zu sein, macht das Alter unbeschwerter.
Foto: Pexels
Wenn das Berufsleben vorbei ist, sollten die eigenen Versicherungen auf den Prüfstand gestellt werden: Welche Police ist im Ruhestand generell überflüssig, welche Versicherungen sollten angepasst werden und welche werden gerade jetzt wichtig?
Und wie lässt sich Geld sparen, ohne auf wichtigen Schutz verzichten zu müssen? Ein Überblick.
Andere Anforderungen an den Versicherungsschutz im Seniorenalter
Im Seniorenalter verändert sich die Lebensweise. In der Regel haben Menschen im Ruhestand mehr Zeit zur Verfügung, denn das Arbeitsleben ist vorbei und die Kinder sind aus dem Haus. Dadurch ändern sich oft die Bedürfnisse: Wer zuvor noch mit dem Auto zur Arbeitsstelle gependelt ist, benötigt es nun nur noch für die Freizeit. Und wer mit der Familie in einem großen Haus gelebt hat, zieht als Senior vielleicht eine kleinere Wohnung vor. Dementsprechend ändern sich auch die Anforderungen an einen umfassenden Versicherungsschutz. Einige Policen werden gar nicht mehr benötigt, andere sollten angepasst oder neu abgeschlossen werden.
Diese Versicherungen sind unnötig oder müssen auf den Prüfstand
Wer nicht mehr berufstätig ist, benötigt natürlich auch keine Berufsunfähigkeits- oder Berufshaftpflichtversicherung mehr. Auch eine Unfallversicherung verliert im Alter an Wichtigkeit, denn diese Police soll unter anderem Einkommensausfälle nach einem Unfall ausgleichen. Da die Rente aber immer weiter gezahlt wird, ist die Versicherung dann häufig weniger interessant.
Sinnvoll kann eine Unfallversicherung allerdings für alleinstehende Senioren sein, die keine Verwandten oder Bekannten in der Nähe haben, die sich nach einem Unfall um sie kümmern könnten. Bei einigen Unfallversicherungen für Senioren endet der Vertrag jedoch automatisch ab einem bestimmten Alter. Und bei manchen Anbietern können Menschen ab 75 Jahren gar keine Unfallversicherung mehr abschließen, berichtet die Stiftung Warentest.
Bei Haftpflicht- und Hausratversicherung die Tarife prüfen
Die private Haftpflichtversicherung, die Hausratversicherung sowie – für Hausbesitzer – die Wohngebäudeversicherung sind auch im Rentenalter dringend zu empfehlen. Hier lohnt es sich generell, die Tarife der verschiedenen Anbieter zu vergleichen, denn sonst zahlt der Versicherungsnehmer gegebenenfalls für Erweiterungen, die er gar nicht mehr benötigt. Ein Beispiel ist das Upgrade zur Familienversicherung, das bei der Privathaftpflicht als Senior in der Regel überflüssig ist.
Bei der Hausratversicherung sollten Senioren die Deckungssumme prüfen, denn oft sammelt sich im Laufe eines Lebens eine Menge Hausrat an, der die angegebenen Werte in der Police übersteigt. Auf der anderen Seite kann bei einer Verkleinerung des Haushalts oft Geld gespart werden, wenn die Schätzung des Werts auf der Quadratmeterzahl der Wohnfläche basiert.
Kfz-Versicherung und Auslandskrankenversicherung
Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist auch für Senioren verpflichtend – allerdings lässt sich in diesem Bereich oft Geld sparen. Wer weniger Kilometer fährt und das der Versicherung mitteilt, zahlt auch geringere Prämien. Für Senioren lohnt es sich oft, Preise zu vergleichen und die Autoversicherung zu wechseln, da der Kunde bei vielen Anbietern im hohen Alter draufzahlt. Mit der Umstellung des Vertrags auf einen jüngeren Fahrer, etwa den Ehe- oder Lebenspartner, können manche Versicherungsnehmer zusätzlich sparen.
Wer im Alter viel reist, sollte zudem über eine Auslandskrankenversicherung nachdenken. Für längere Auslandsaufenthalte von mehreren Monaten wird in der Regel eine Police mit Langzeitschutz benötigt. Auch in diesem Segment variieren die Preise für ältere Menschen stark.
Wer sich beraten lassen möchte, welche Versicherungen für die individuellen Lebensumstände sinnvoll sind, sollte sich an Versicherungsexperten wenden. Diese arbeiten etwa bei den Verbraucherzentralen oder Finanzdienstleistern wie tecis, wo sie Fragen rund um Versicherungen und Finanzen auch per Videoberatung beantworten.
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