
Wurde Arafat ermordet? Seine Witwe ist davon überzeugt. Vor knapp einem Jahr wurde Arafats Leiche exhumiert. Es wurden Proben genommen, um herauszufinden, ob der frühere Palästinenserpräsident vergiftet wurde.
Foto:Copyright World Economic Forum (www.weforum.org) swiss-image.ch/Photo by Remy Steinegger/CC-BY-SA-2.0
Paris/Ramallah – Knapp neun Jahre nach dem Tod von Palästinenserpräsident Jassir Arafat haben Schweizer Forscher Hinweise auf eine Vergiftung von Polonium gefunden.
In einem 108-seitigen Bericht schreiben die Wissenschaftler, entsprechende Hinweise seien nach einer Untersuchung der sterblichen Überresten gefunden worden. Demnach wurden 18-fach erhöhte Werte des radioaktiven Stoffs in Knochenproben gefunden.
Diese unterstützen die Theorie einer Vergiftung auf „moderate“ Weise. Problematisch sei aber, dass es nur wenige Proben gegeben habe und zwischen Tod und Untersuchung mehrere Jahre vergangen seien.
Ein russisches Forscherteam hatte diese Frage bereits zuvor negativ beantwortet. Arafats Witwe wurde hingegen damit zitiert, dass der Untersuchungsbericht alle Zweifel an einer Ermordung beiseite räume. Bereits im Juli 2012 war ein radiologischer Laborbericht veröffentlicht worden, laut dem entsprechende Spuren von Polonium an Gebrauchsgegenständen Arafats nachgewiesen worden seien.
Daraufhin hatte die Palästinensische Autonomiebehörde einer Exhumierung des Leichnams zugestimmt, um zu klären, ob Arafat vergiftet worden war.
2006 war der ehemalige KGB-Agent und spätere Putin-Kritiker Alexander Litwinenko an den Folgen einer durch Polonium-210 verursachten Strahlenkrankheit gestorben. Ihm war das Polonium vermutlich über kontaminierten Tee verabreicht worden. red/(dts Nachrichtenagentur)
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