Sonntag 19.Juli 2026

Schwanenweiher im Landauer Ostpark: Goldfische werden abgefischt und getötet

17. Juni 2026 | Kategorie: Landau, Regional, Regional

Schwanenweiher: Letztes Jahr hatten Unbekannte Goldfische dort ausgesetzt, die jetzt getötet werden sollen.
Foto: Stadt Landau

Landau. Die Stadtverwaltung Landau wird in den kommenden Wochen weitere Maßnahmen ergreifen, um die ökologische Situation des Schwanenweihers im Ostpark zu verbessern. Ziel sei es laut Verwaltung, das Gewässer langfristig zu stabilisieren und zugleich die Lebensbedingungen für Fische und Wasservögel zu sichern.

Auslöser der aktuellen Maßnahmen ist unter anderem ein großer Bestand an Goldfischen, die im vergangenen Jahr von Unbekannten im Schwanenweiher ausgesetzt wurden. Die haben den Tieren damit keinen Gefallen erwiesen, denn die Fische werden jetzt getötet.

„Goldfische gehören nicht zur heimischen Tierwelt und können in großer Zahl erhebliche Schäden an einem Gewässer verursachen. Sie vermehren sich rasch, tragen zusätzliche Nährstoffe ins Wasser ein und beeinträchtigen die wichtige Unterwasservegetation“, sagt die Verwaltung.

Goldfische sollen getötet werden

Zunächst habe das städtische Umweltamt versucht, den Bestand durch den Einsatz natürlicher Fressfeinde wie Hechte und Flussbarsche zu reduzieren. Da dies nicht den gewünschten Erfolg brachte, müssten die Goldfische nun abgefischt werden. Die Maßnahme erfolge mit Elektrobefischung. Dabei gehen Fachkräfte mit spezieller Technik vor: Ein schwacher Strom wird ins Wasser geleitet, der die Fische kurzzeitig betäubt. Sie treiben dann auf und können mit Netzen eingesammelt werden. Die gefangenen Fische werden anschließend getötet und als Tierfutter abgegeben.

Während der Arbeiten könne es zeitweise zu Einschränkungen auf den Wegen rund um den Schwanenweiher kommen. Die Stadt bittet die Besucher des Ostparks hierfür um Verständnis.

Auch Enten und Gänse ein Problem

Neben den Goldfischen stellt laut Stadt auch die hohe Zahl an Enten und Gänsen eine Belastung für das Gewässer dar: „Der Kot der Tiere erhöht die Nährstoff- und insbesondere die Stickstoffbelastung des Wassers erheblich. Dies begünstigt ein starkes Algenwachstum, das wiederum die Wasserqualität verschlechtert und für Fische problematisch werden kann. Um die Sauerstoffversorgung des Gewässers zu verbessern, werden bereits Wassersprudler eingesetzt“.

Zusätzlich sollen in den kommenden Wochen weitere Zäune rund um den Schwanenweiher aufgestellt werden, um die Zahl der Wasservögel am Gewässer zu reduzieren. Derzeit halten sich dort im Jahresdurchschnitt rund 70 Enten und Gänse auf. Dies sei ein Vielfaches dessen, was das Gewässer dauerhaft verkraften könne. Jährlich gelangten dadurch rund 20 Tonnen Kot in den Weiher. Zudem würden wichtige Wasserpflanzen und selbst die mehrfach eingesetzten Seerosen von den Tieren gefressen.

„Was oft als Tierliebe gemeint ist, hat leider häufig den gegenteiligen Effekt“, sagt Bürgermeister und Umweltdezernent Lukas Hartmann. „Das Füttern von Wasservögeln und das Aussetzen von Fischen belasten den Schwanenweiher erheblich und verschlechtern langfristig auch die Lebensbedingungen der Tiere. Unser Ziel ist ein gesundes Gleichgewicht im Gewässer – davon profitieren Mensch, Natur und Tier gleichermaßen.“

Die Stadtverwaltung appelliert deshalb noch einmal eindringlich an alle Besucher, die bestehenden Verbote zu beachten. Weder Fische noch Wasservögel dürfen gefüttert werden. Auch das Ausstreuen von Futter auf den angrenzenden Rasenflächen sollte unterbleiben.

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