Montag 12.Oktober 2026

Sachsen-Anhalt: CDU-Bürgermeister Prange spendet 10.000 Euro an AfD und ruft zu ihrer Wahl auf

20. August 2026 | Kategorie: Nachrichten, Politik

Symbolbild: Pfalz-Express

Sachsen-Anhalt – Der CDU-Kommunalpolitiker Bernd Prange hat der AfD 10.000 Euro gespendet und öffentlich dazu aufgerufen, die Partei bei der Landtagswahl am 6. September zu wählen. Prange ist ehrenamtlicher Ortsbürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe im Landkreis Stendal und sitzt für die CDU im Stendaler Kreistag.

Die AfD bestätigte den Eingang der Spende in zwei Tranchen von jeweils 5.000 Euro. In einem offenen Brief an die CDU Sachsen-Anhalt begründet Prange seinen Schritt mit seiner Unzufriedenheit über den politischen Kurs seiner Partei. Die CDU habe sich aus seiner Sicht zu weit nach links bewegt und vertrete konservative Werte wie Ordnung, Sicherheit, nationale Souveränität und wirtschaftliche Vernunft nicht mehr ausreichend.

Prange kündigte in dem Schreiben an, bei der Landtagswahl selbst für die AfD zu stimmen. Er hoffe, dass möglichst viele weitere Konservative diesem Beispiel folgten und die AfD eine absolute Mehrheit erreiche. Damit will er nach eigener Darstellung ein Signal an die CDU senden und einen Kurswechsel erreichen.

Zugleich stellt Prange die sogenannte Brandmauer der CDU zur AfD infrage. Er kritisiert, dass die Union eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließt, während sie zugleich Bündnisse mit linken und grünen Kräften eingehe.

Die CDU Sachsen-Anhalt reagierte bereits deutlich auf den Vorgang. Generalsekretär Mario Karschunke bezeichnete die Angelegenheit als schwerwiegend und kündigte an, dass ein mögliches Parteiausschlussverfahren geprüft werden soll. Prange selbst erklärte, ein solches Verfahren sei durchaus in seinem Sinne: Er fühle sich von der CDU zunehmend entfremdet.

Politisch fällt Pranges Vorstoß in eine besonders brisante Phase: Bei der Landtagswahl am 6. September tritt die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund an. In den jüngsten Umfragen liegt sie mit rund 41 bis 43 Prozent deutlich vor der CDU und kann auf eine absolute Mehrheit hoffen.

Nun fordert auch die Bundes-SPD Konsequenzen. SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese bezeichnete die Spende und Pranges Wahlempfehlung als mehr als einen lokalen Vorgang. Die CDU müsse klarstellen, dass es in ihren Reihen keinen Platz für Unterstützung der AfD gebe.

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