
In Kuba leiden die Menschen aktuell stark unter US-Sanktionen. Foto: Jf Martin/ Unsplash
Havanna – Nach der US-Ölblockade gegen Kuba hat ein russischer Öltanker offenbar den kubanischen Zielhafen erreicht.
Das Schiff „Anatoly Kolodkin“, das 730.000 Barrel Rohöl transportiert, sei im Hafen von Matanzas im Westen Kubas eingelaufen, berichten russische Staatsmedien.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump bereits angedeutet, dass die USA dem Öltanker die Einfahrt nach Kuba erlauben würden. Trump erklärte an Bord der Air Force One vor Journalisten, dass er kein Problem damit habe, wenn ein Land Öl nach Kuba schicken wolle, da die Menschen dort überleben müssten. Er fügte hinzu, dass es ihm egal sei, ob das Öl aus Russland oder einem anderen Land komme.
Kuba hatte nach der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro durch die USA im Januar keine Öllieferungen mehr aus Venezuela erhalten. Auch Lieferungen aus anderen Ländern wie Mexiko wurden eingestellt, nachdem die Trump-Regierung mit zusätzlichen Zöllen gedroht hatte. Die effektive Ölblockade führte zu Stromausfällen und Müllansammlungen in der Hauptstadt, während Krankenhäuser Schwierigkeiten hatten, Patienten zu versorgen und Operationssäle offen zu halten.
Welchen Effekt die jetzt erfolgte Öllieferung haben wird, ist noch unklar. Auch das deutsche Außenministerium konnte am Montag zunächst keine Beurteilung der Lage abgeben. „Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht beurteilen, inwiefern die Ladung eines solchen Tankers möglicherweise zu einer Verbesserung der Situation vor Ort führen würde“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes der dts Nachrichtenagentur. Sie könne auch nicht beurteilen, inwiefern dies für zusätzliche Einnahmen in den russischen Haushalt sorge, der sich maßgeblich auch aus Energieexporten speise und dann wiederum die russische Kriegskasse gegen die Ukraine ermögliche.
„Aber es ist für uns klar, dass natürlich die Lage der Menschen in Kuba mit Sicherheit schwierig ist“, fügte die Sprecherin hinzu. Das gelte auch für die humanitäre Lage. „Und da gibt es verschiedene Mechanismen, insbesondere den Mechanismus der Vereinten Nationen, der sich CERF nennt, bei dem auch Deutschland einen substanziellen Beitrag leistet, der für die Versorgung der Menschen relevant ist.“ (dts Nachrichtenagentur)
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