Montag, 30. Januar 2023

Risikolebensversicherung: Die Absicherung für den Ernstfall

11. März 2020 | Kategorie: Ratgeber, Versicherungen

 

Darüber macht sich niemand gerne Gedanken: Was geschieht, wenn ich plötzlich sterbe? Die Angehörigen müssen dann nicht nur mit dem Verlust eines geliebten Menschen leben. Es entstehen häufig auch finanzielle Einbußen, vor allem, wenn der Verstorbene der Hauptverdiener war. Auch die Rückzahlung von Krediten, zum Beispiel für das Haus, die Wohnung oder das Auto, sind dann nur noch schwer zu leisten. Um diesen Fall abzusichern, gibt es Risikolebensversicherungen. Sie springen im Ernstfall ein.

In Deutschland haben rund 7,5 Millionen Menschen eine Risikolebensversicherung. Mittlerweile lässt sich die Police auch unkompliziert im Internet abschließen – bei einigen Anbietern sogar ohne aufwendige Gesundheitsüberprüfung. In diesem Zusammenhang ist wichtig zu erwähnen, dass eine Risikolebensversicherung nicht mit einer kapitalbildenden Lebensversicherung zu verwechseln ist.

Bei der kapitalbildenden Lebensversicherung wird ein Sparguthaben aufgebaut, das zu einem bestimmten Termin ausgezahlt wird. Diese Versicherungsart dient vor allem der Altersvorsorge. Es gibt aber auch eine kombinierte Variante aus beiden Versicherungen. Bei der Kombination zahlt die Versicherung entweder im Todesfall oder zu einem festgelegten Termin die angesparte Summe aus.

Für bestimmte Personengruppen ist die klassische Risikolebensversicherung, die den Todesfall absichert, besonders relevant. Vor allem junge Familien sollten nicht auf diese Absicherung verzichten. Im Todesfall eines oder beider Elternteile wären die Kinder die Begünstigten. Aus dem gleichen Grund sind Risikolebensversicherungen auch für Alleinerziehende zu empfehlen.

Ein wichtiges Kriterium für die Frage, ob der Abschluss sinnvoll ist, sind auch die Verdienstverhältnisse. Der Hauptverdiener der Familie sollte eine Risikolebensversicherung auf den Namen des nächsten Angehörigen oder Lebenspartners abschließen.

Für Geschäftspartner, die gemeinsam am Unternehmen beteiligt sind, lohnt sich eine Risikolebensversicherung ebenfalls. So lässt sich das Unternehmen im Ernstfall retten und weiter finanzieren. Ist ein Paar gemeinsam Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung, kommt auch für es eine Risikolebensversicherung in Betracht, unabhängig davon, ob es Kinder hat oder nicht. Im Todesfall eines Eigentümers deckt die Versicherungssumme nämlich die Kreditverbindlichkeiten für die Immobilie.

Auch junge Menschen sollten sich mit dem Thema Versicherungen auseinandersetzen. Es lohnt sich, schon früh über den Abschluss einer Risikolebensversicherung nachzudenken, denn in jungen Jahren sind die Tarife meistens noch sehr günstig. Wichtig ist es dann, im Vertrag eine Nachversicherungsgarantie festzuhalten. Sie gibt dem Versicherungsnehmer die Möglichkeit, im Falle einer Heirat, der Geburt eines Kindes oder dem Erwerb einer Immobilie die Versicherungssumme zu erhöhen.

In diesem Fall ist es nicht notwendig, erneut die Gesundheitsfragen zu beantworten. Da die Beitragshöhe der Risikolebensversicherung von den individuellen Gesundheitsrisiken abhängt, ist die Beantwortung dieser Fragen bei Vertragsabschluss meist unumgänglich. Ausschlaggebend sind Vorerkrankungen, aber auch der ausgebübte Beruf, bestimmte Hobbys sowie die Antwort auf die Frage, ob man raucht oder geraucht hat.

Sehr wichtig ist auch die Frage nach der Höhe der Versicherungssumme. Dafür gibt eine einfache Faustregel: Die Versicherungssumme sollte mindestens fünf Jahresbruttogehälter abdecken. Bei einem jährlichen Bruttoeinkommen von 30.000 Euro wären das somit 150.000 Euro. Wird in die Lebensversicherung auch die Absicherung des Kredits für das Haus oder die Wohnung einbezogen, dann sollte diese Summe noch hinzugerechnet werden.

Die meisten Versicherungsgesellschaften bieten unterschiedliche Arten von Risikolebensversicherungen an. Man kann zwischen einer gleichbleibenden, fallenden oder steigenden Versicherungssumme wählen. Soll die Familie abgesichert werden, dann empfiehlt sich eine gleichbleibende Versicherungssumme. Rechnet man mit steigendem Vermögen und einer Verbesserung der beruflichen Situation, dann ist die steigende Versicherungssumme die richtige Wahl. Damit steigen natürlich auch die monatlichen Beiträge.

Soll die Risikolebensversicherung lediglich einen laufenden Kredit absichern, ist eine fallende Versicherungssumme ausreichend; schließlich verringert sich das Darlehen im Laufe des Rückzahlungszeitraums kontinuierlich. Bei dieser Variante reduziert sich die Versicherungssumme, aber auch die monatlichen Beiträge.

Die Laufzeit hängt stark davon ab, welche Ziele man mit der Absicherung verfolgt. In den meisten Fällen geht es darum, die Familie zu versorgen. Daher sollte die Versicherung so lange laufen, wie die Familie vom Einkommen des Versicherungsnehmers abhängig ist – je nach Alter der Kinder bei Vertragsabschluss sind das meist 20 bis 25 Jahre. Dann haben die Kinder die Ausbildung oder das Studium in der Regel beendet und auch die Kredite für die Immobilie sind häufig schon getilgt. Soll es hingegen nur um die Absicherung eines Immobilienkredits gehen, dann bestimmt dessen Laufzeit auch die Laufzeit der Risikolebensversicherung.

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