Samstag 7.Februar 2026

Rhodt und Edenkoben: Wüst wirbt für Braun – und für einen Regierungswechsel in Mainz

24. Januar 2026 | Kategorie: Allgemein, Kreis Südliche Weinstraße, Landtagswahl RLP 2026, Regional, Regional

Hendrik Wüst (3.v.l.) wurde unter anderem auch von Dr. Thomas Gebhart, Claudia Braun und Landrat Seefeldt (r.) auf der Tour begleitet.
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express

Rhodt/Edenkoben. „Herrlich ist es hier in der Südpfalz“, sagte Hendrik Wüst, als er vor dem Schloss Villa Ludwigshöhe auf die Landschaft blickte. „Daran kann man sich nicht satt sehen.“

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident war für eine kurze, aber gezielt platzierte Stippvisite nach Edenkoben und Rhodt gekommen. Sein Ziel: der CDU-Landtagskandidatin Claudia Braun im beginnenden rheinland-pfälzischen Wahlkampf den Rücken zu stärken – und zugleich politische Akzente zu setzen.

Braun hatte den Termin bewusst mit einer Fahrt in der Flex Line verbunden, einem bedarfsgesteuerten Verkehrsangebot im ländlichen Raum. Für die Christdemokratin, die als BASF-Managerin einen wirtschaftspolitischen Hintergrund mitbringt, ist das Thema Mobilität ein zentrales Anliegen.

Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express

Es gehe darum, so Braun, gleichwertige Lebensverhältnisse auch jenseits der Städte zu sichern. Der ländliche Raum dürfe nicht abgehängt werden – weder beim Verkehr noch bei der Infrastruktur insgesamt.

Wüst griff diesen Gedanken auf und nutzte den Auftritt in Rhodt unter der Rietburg für grundsätzliche politische Botschaften. Besonders deutlich wurde er beim Thema Bildung. Der CDU-Politiker mahnte eine stärkere frühkindliche Förderung an. Sprachliche und soziale Defizite müssten vor dem Schuleintritt ausgeglichen werden, sagte er.

Mit der Flex Line…
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express

Bildungsgerechtigkeit beginne nicht erst in der Grundschule, sondern in Kitas und Familienzentren. Damit setzte Wüst einen Kontrapunkt zur Bildungspolitik der rheinland-pfälzischen Landesregierung, der die Union seit Jahren vorwirft, strukturelle Probleme zu verwalten, statt sie an der Wurzel zu packen.

Auch wirtschaftspolitisch ordnete Wüst die aktuellen Entwicklungen ein. Die Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie bezeichnete er als notwendiges Signal an eine Branche, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich von Bedeutung sei.

…die Südpfalz erkundet: Claudia Braun und Hendrik Wüst (vorne), Lena Dürphold und Dr. Gebhart (dahinter).
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express

Gerade in kleineren Orten seien Gaststätten Orte der Begegnung und des sozialen Zusammenhalts. Ihr Verschwinden habe Folgen weit über den Arbeitsplatzverlust hinaus – eine Argumentation, die sich nahtlos in das CDU-Narrativ vom ländlichen Raum als politischem Schwerpunkt einfügt.

Claudia Braun, Hendrik Wüst und Klaudia Osmolska, Weinprinzessin von St. Martin (r.).
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express

Dass Wüst als Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes nach Rheinland-Pfalz reist, ist dabei kein Zufall. Die CDU setzt im Wahlkampf gezielt auf erfolgreiche Landesregierungschefs als Kontrastfolie zur eigenen Oppositionsrolle in Mainz. Wüst, der in Nordrhein-Westfalen für einen pragmatischen, wirtschaftsnahen Kurs steht, verkörpert diesen Anspruch. Seine Botschaft zwischen den Zeilen: Regierungswechsel sind möglich – und können gelingen.

Claudia Braun: Geschenke für Hendrik Wüst aus der Südpfalz.
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express

Für Wüst selbst war es nicht der erste Besuch in der Pfalz. In Deidesheim und Landau sei er schon gewesen, sagte er, wenn auch vor rund zehn Jahren. Am Abend des 22. März wird sich entscheiden, ob die CDU in Rheinland-Pfalz nach 35 Jahren wieder die Macht in Mainz übernimmt – und ob Claudia Braun für die Südpfalz in den Landtag einzieht. Der Wahlkampf in SÜW jedenfalls wurde spätestens jetzt mit dem Besuch Wüsts eingeläutet.

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