
Höcke-Prozess in Halle (Saale) am 18.04.2024
Foto: via dts Nachrichtenagentur
Halle (Saale)- Vor dem Landgericht Halle (Saale) hat am Donnerstag der Prozess gegen Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke begonnen.
Die Staatsanwaltschaft wirft Höcke in dem Prozess das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen vor. Demnach soll der AfD-Politiker am 29. Mai 2021 in Merseburg auf einer Wahlkampfveranstaltung der Partei am Ende einer ca. 22 Minuten langen Rede seinen Vortrag mit der Formel „Alles für unsere Heimat, alles für Sachsen-Anhalt, alles für Deutschland“ beendet haben, wobei er gewusst haben soll, dass es sich bei dem letzten Teil dieser Formel um eine verbotene Losung der Sturmabteilung (SA) der NSDAP handelt.
Die Anklage war zuletzt zudem noch erweitert worden. Laut Staatsanwaltschaft soll Höcke die verbotene Losung in „Kenntnis des gegen ihn wegen des Verwendens dieser Losung anhängigen Strafverfahrens und im sicheren Wissen um deren Strafbarkeit“ als Redner bei einer Veranstaltung der AfD in Gera am 12. Dezember 2023 erneut verwendet haben.
Er habe den ersten Teil der Losung – „Alles für“ – selbst ausgesprochen, und anschließend das Publikum durch Gesten dazu animiert, den zweiten Teil – „Deutschland“ – zu rufen, so der Vorwurf der Behörde.
Kurz vor Prozessbeginn wurde der Vorfall in Gera aber wieder von der ersten Anklage getrennt. Als Grund wurde eine Änderung bei Höckes Verteidigern angeführt. Der AfD-Politiker brachte zum Auftakt kurzfristig einen dritten Verteidiger aus München mit. Das Gericht erfuhr erst am Verhandlungstag von der Maßnahme.
Höcke hatte sich vor einer Woche im TV-Duell mit CDU-Spitzenkandidat Mario Voigt damit verteidigt, er habe nicht gewusst, dass es sich um eine SA-Parole handelt. Er habe versucht, den Slogan „America First“ von Ex-US-Präsident Donald Trump frei ins Deutsche zu übertragen.
Weiter sprach der frühere Geschichtslehrer von einem „Allerweltsspruch“. Auf X/Twitter beklagte Höcke zudem, dass die entsprechenden Regelungen im Strafgesetzbuch, die das Verwenden von NS-Parolen verbieten, darauf abzielten, „Deutschland daran zu hindern, sich wieder zu finden“.
Im Prozess in Halle (Saale) sind zunächst vier Verhandlungstage angesetzt. Möglich ist aber auch, dass das Gericht bereits früher zu einer Entscheidung kommt. (dts Nachrichtenagentur)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Halle (Saale) – Die Staatsanwaltschaft Halle hat am 21. März vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Halle eine weitere Anklage gegen den ...
Erfurt – Thüringens AfD-Chef Björn Höcke und CDU-Landeschef Mario Voigt haben sich am Donnerstag das seit Wochen diskutierte TV-Duell geliefert – und ...
Berlin – Der Bundesvorstand der AfD hat nach einem Bericht von WDR, NDR und der „Süddeutschen Zeitung“ gegen ein Parteiausschlussverfahren des Thüringer ...
Erfurt – Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) schließt ein TV-Duell mit dem Landesvorsitzenden der AfD, Björn Höcke, kategorisch aus. Am 11. April ...
Berlin – Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat Aussagen von Björn Höcke (AfD) kritisiert, die dieser am ...
Halle/Erfurt – Die Staatsanwaltschaft Halle (Saale) hat den Thüringer Landtag aufgefordert, die politische Immunität von Thüringens AfD-Landes- und Fraktionschef Björn Höcke aufzuheben. ...
Berlin – Thüringens AfD-Chef Björn Höcke hat nach dem starken Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl am Sonntag die Berichterstattung der Medien ...
Kairo – Der Prozess gegen den gestürzten ägyptischen Präsidenten Muhammed Mursi sowie 14 Funktionäre der Muslimbruderschaft, der erst am Montagmorgen begonnen hatte, ...
Waldsee. Es kommt ein Hauch von Bundespolitik in den Rhein-Pfalz-Kreis. Der Kreisverband der AfD hat zusammen mit der Jungen Alternative den Thüringer ...












