Samstag 9.Mai 2026

Polizist bei eskaliertem Abschiebeeinsatz in Karlsruhe verletzt – Beamter dienstunfähig

17. Februar 2026 | Kategorie: Nordbaden

Symbolfoto: Pfalz-Express/Rolf H. Epple

Karlsruhe – Bei einem Einsatz zur Vorbereitung einer Abschiebung ist am Montagmorgen ( 17. Februar) ein Polizeibeamter in Karlsruhe-Waldstadt tätlich angegriffen und so schwer verletzt worden, dass er seinen Dienst nicht fortsetzen konnte.

Mehrere Familienangehörige einer 20-jährigen Afghanin hatten massiven Widerstand geleistet. Wie das Polizeipräsidium Karlsruhe mitteilte, brachten Beamte die junge Frau zunächst zum Polizeirevier Karlsruhe-Waldstadt, um weitere Maßnahmen im laufenden Abschiebeverfahren des Regierungspräsidiums vorzubereiten.

Gegen 7:50 Uhr erschienen mehrere Familienmitglieder vor dem Revier – offenbar mit dem Ziel, die geplante Abschiebung zu verhindern. In dem folgenden Tumult gelang es der 20-Jährigen, aus dem Dienstgebäude zu flüchten.

Polizisten nahmen sofort die Verfolgung auf und konnten die Frau wenig später in der nahegelegenen Königsberger Straße wieder ergreifen und festhalten. Nach der erneuten Festnahme eskalierten die Auseinandersetzungen weiter: Mehrere Angehörige beleidigten die Einsatzkräfte massiv und leisteten teils erheblichen körperlichen Widerstand.

Besonders schwerwiegend: Ein 23-Jähriger und sein 17-jähriger Bruder gingen die Beamten tätlich an. Dabei zog sich ein Polizist Verletzungen am Bein zu, die eine sofortige Dienstunfähigkeit zur Folge hatten.

Erst nach dem Eintreffen weiterer Streifenwagenbesatzungen konnte die Lage unter Kontrolle gebracht werden. Die 20-jährige Afghanin wurde im Anschluss wie geplant abgeschoben. Gegen die beteiligten Familienmitglieder hat die Polizei mehrere Strafverfahren eingeleitet – unter anderem wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie Beleidigung. Die Ermittlungen dauern an.

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