Samstag 12.September 2026

Pokal-Derby zwischen Kaiserslautern und Waldhof Mannheim überschattet: Pyrotechnik, Schlägereien und Polizeieinsatz

22. August 2026 | Kategorie: Nachrichten, Nordbaden, Regional, Sport Regional, Südwestpfalz und Westpfalz

Foto: Pfalz-Express/KI

Mannheim – Das DFB-Pokal-Duell zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern ist am Freitagabend von heftigen Fan-Ausschreitungen überschattet worden.

Nach dem Ende der regulären 90 Minuten wurde die Partie vor Beginn der Verlängerung für rund 30 Minuten unterbrochen. Zeitweise war nicht klar, ob die Partie überhaupt noch fortgesetzt werden kann. Kaiserslautern gewann schließlich mit 1:0 nach Verlängerung.

Wie unter anderem der „Kicker“ berichtet, hatte sich die Lage im Stadion nach dem Abpfiff der regulären 90 Minuten zunächst zwischen den Mannschaften zugespitzt. Um Kaiserslauterns Kapitän Marlon Ritter kam es zu einer kurzen Auseinandersetzung, die von den Schiedsrichtern beendet werden musste.

Danach verlagerte sich der Konflikt auf die Tribünen. Aus dem Mannheimer Zuschauerbereich wurden Gegenstände in Richtung der Kaiserslauterer Bank geworfen. Aus dem FCK-Fanbereich wurde daraufhin Pyrotechnik in Richtung der Haupttribüne eingesetzt.

Auch aus dem Waldhof-Block flogen anschließend pyrotechnische Gegenstände auf das Spielfeld. Teilweise gingen diese nur knapp an Spielern und Schiedsrichtern vorbei.

Die Polizei griff ein, nachdem Zuschauer aus dem Mannheimer Bereich Absperrungen überwinden wollten. Die Einsatzkräfte drängten die Fans zurück. Vor dem Waldhof-Block entwickelte sich eine größere Auseinandersetzung, bei der nach Angaben des „Kicker“ auch Teile der Stadioneinrichtung und Fanmaterial beschädigt wurden.

Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Zudem kam es zu einem Brand an einem Zaun.

Angesichts der Situation unterbrach Schiedsrichter Robert Schröder die Begegnung. Während der Unterbrechung rückten zahlreiche Polizeikräfte in den Bereich rund um das Spielfeld vor. Unterstützt wurden sie unter anderem von berittenen Beamten und Diensthunden. Der Zugang zu den betroffenen Bereichen wurde abgesichert.

Fortsetzung nach rund 30 Minuten

Die Verantwortlichen standen damit vor der Frage, ob das Derby noch zu Ende gespielt werden konnte. Nach etwa einer halben Stunde ging es schließlich weiter. Zuvor war von Vereinsseite auf die Zuschauer eingewirkt worden, die Partie nicht durch weitere Zwischenfälle zu gefährden.

Im Stadion wurde zugleich angekündigt, dass ein erneuter Einsatz von Pyrotechnik oder das Werfen von Gegenständen auf das Spielfeld das sofortige Ende des Spiels zur Folge haben würde.

Die Warnung zeigte Wirkung. Während der anschließenden Verlängerung blieb es auf den Rängen weitgehend ruhig. Auf dem Rasen entwickelte sich allerdings zunächst kein besonders ereignisreiches Spiel.

Die Entscheidung fiel erst kurz vor dem Ende. Kaiserslautern schaltete nach einem Konter schnell um und Ibrahim Kanaté traf zum 1:0. Damit war das Pokal-Derby zugunsten des FCK entschieden.

Zahlreiche Verletzte

Wie das Polizeipräsidium Mannheim am Samstag mitteilte, mussten 85 Personen medizinisch betreut werden, acht von ihnen wurden zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. 33 Beamte der Bundespolizei und zwei Polizeibeamte aus Baden-Württemberg wurden leicht verletzt.  

Insgesamt waren rund 1.400 Polizeikräfte im Einsatz. Unterstützt wurde das Polizeipräsidium Mannheim von Kräften des Polizeipräsidiums Einsatz sowie der Polizei aus Rheinland-Pfalz und Bayern. Auch die Bundespolizei war an den Einsatzmaßnahmen beteiligt.

Gefällt Ihnen unsere Zeitung?

Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.

⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Zur Startseite

Abonnieren Sie auch unseren Pfalz-Express-Kanal bei YouTube

Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Kommentare sind geschlossen