POINT Pain: Neue Schmerzstudie an Uni Landau – Teilnehmer gesucht

29. November 2023 | Kategorie: Gesundheit, Kreis Bad Dürkheim, Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Ratgeber, Rhein-Pfalz-Kreis, Südwestpfalz und Westpfalz, Wissenschaft

Symbolbild: Ulrike Mai / Pixabay

Chronische Schmerzen sind eine große Belastung für viele Menschen. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität, die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden. Um chronische Schmerzen zu behandeln, braucht es oft einen Mix aus verschiedenen Methoden, wie Medikamenten, Physiotherapie oder Psychotherapie.

Doch nicht jede Psychotherapie passt zu jedem Schmerzpatienten. Deshalb forschen Wissenschaftler der RPTU Kaiserslautern-Landau an einer neuen Form der Psychotherapie, die sich individuell an den Bedürfnissen der Betroffenen orientiert.

Die Schmerzen im Blick behalten

Die Forscher nutzen dafür den sogenannten Netzwerkansatz (Projekt Prozess-orientierte, individualisierte, netzwerk-basierte Therapie (POINT) chronischer Schmerzen (Pain).

Das heißt, sie erfassen mit Hilfe von Smartphones, wie sich die Schmerzen im Alltag der Patienten auswirken. Sie fragen mehrmals täglich nach, wie stark die Schmerzen sind, aber auch, wie es den Patienten emotional geht, was sie denken oder wie sie sich verhalten. Zum Beispiel, ob sie bestimmte Situationen vermeiden, weil sie Schmerzen befürchten, oder ob sie sich hilflos oder hoffnungslos fühlen.

Aus diesen Daten erstellen die Forscher ein grafisches Netzwerk, das zeigt, wie die verschiedenen Faktoren miteinander zusammenhängen. Ein solches Netzwerk kann zum Beispiel so aussehen:

Grafik über POINT Pain /Uni Landau/ TU Kaiserslautern

Das Netzwerk zeigt, wie sich die Schmerzen auf die Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen der Patienten auswirken, aber auch, wie diese wiederum die Schmerzen beeinflussen können. Zum Beispiel kann es sein, dass starke Schmerzen zu mehr Vermeidung führen, was wiederum die Beeinträchtigung erhöht. Oder dass die Schmerzen zu Katastrophen-Gedanken führen, die wiederum die Schmerzempfindung verstärken. Oder dass die Erwartung von Schmerzen zu einer ständigen Anspannung führt.

Die Therapie anpassen

Die Forscher nutzen das Netzwerk, um die Psychotherapie individuell auf die Patienten zuzuschneiden. Sie wählen die Therapiemethode aus, die am besten zu den Problemen der Patienten passt. Zum Beispiel kann es sein, dass eine Entspannungstherapie hilft, die Anspannung zu reduzieren, oder dass eine kognitive Verhaltenstherapie hilft, die Katastrophen-Gedanken zu hinterfragen.

Die Forscher überprüfen auch, wie sich die Therapie auf das Netzwerk auswirkt, indem sie die Patienten während der Therapie weiterhin regelmäßig befragen. Die Ergebnisse der Befragungen werden gemeinsam mit den Patienten in der Therapie besprochen.

Wer kann teilnehmen?

Das Projekt richtet sich an volljährige Personen, die seit mindestens sechs Monaten unter Schmerzen leiden, die nicht nur den Kopf oder den Nacken betreffen. Die Teilnehmer müssen ein eigenes Smartphone besitzen und dürfen sich nicht in einer anderen Psychotherapie oder Psychotherapie-Studie befinden. Die Psychotherapie, die im Rahmen des Projekts POINT Pain angeboten wird, wird bei der Krankenkasse der Teilnehmer beantragt.

Wer steckt dahinter?

Das Projekt wird an der RPTU Kaiserslautern-Landau am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie des Erwachsenenalters durchgeführt. Die Leitung haben M. Sc. Verena Hofmann, Dr. Saskia Scholten und Prof. Dr. Julia Glombiewski. Interessierte können sich per Mail an point-pain@projects.rptu.de melden.

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