
Boris Pistorius.
Foto: Pfalz-Express / Licht
Der Einsatz deutscher Patriot-Luftabwehrkräfte im polnischen Rzeszów ist beendet. Nach der Übergabe des Auftrags an die niederländischen Streitkräfte Anfang Dezember sind die letzten Soldaten inzwischen an ihre Heimatstandorte zurückgekehrt.
Die Flugabwehrraketenkräfte der Luftwaffe waren Mitte Januar 2025 nach Polen verlegt worden. Ab Anfang Februar sicherten zwei Patriot-Feuereinheiten mit rund 200 Soldaten im Rahmen der integrierten NATO-Luft- und Raketenabwehr den Luftraum über Polen.
Der Schutz galt insbesondere dem logistischen Knotenpunkt Rzeszów sowie der Zivilbevölkerung. Ursprünglich war der Einsatz auf etwa sechs Monate angelegt, wurde jedoch zur weiteren Unterstützung der Bündnispartner und zur Absicherung der Hilfslieferungen für die ukrainischen Streitkräfte bis Dezember 2025 verlängert.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) würdigte den Einsatz der Truppe. „Die Soldaten der Luftwaffe haben erneut eine herausragende Leistung gezeigt.“ Der Auftrag sei kurzfristig erfolgt, um Verbündete vor Ort zu entlasten, und dennoch habe die Einheit schnell und professionell ihre Einsatzbereitschaft hergestellt. Besonders hervorgehoben habe Pistorius die Flexibilität und Zuverlässigkeit der Soldaten, die den Einsatz auch nach der Verlängerung konsequent fortgeführt hätten.
Mit der Übergabe an die niederländischen Streitkräfte habe sich erneut die enge Zusammenarbeit innerhalb des Bündnisses gezeigt.
Während des Einsatzes seien die Soldaten mit einem breiten Spektrum an Provokationen und hybriden Bedrohungen konfrontiert gewesen. Nach Einschätzung des Verteidigungsministers hätten sie dabei entschlossen, aber besonnen reagiert und einen wichtigen Beitrag zur NATO-Luftverteidigung an der Ostflanke geleistet.
Auch nach dem Abzug der Patriot-Systeme bleibt Deutschland an der Sicherung der Ostflanke beteiligt. Neben landgestützten Kräften in Litauen, darunter die multinationale Battlegroup und der Aufbau der Panzerbrigade 45, sichern derzeit zwei Eurofighter-Kontingente in Polen und Rumänien im Rahmen der NATO-Operation „Eastern Sentry“ den Bündnisluftraum. Zudem stellt die Luftwaffe in Litauen ein Radarsystem sowie einen mobilen Gefechtsstand.
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