
Mann im Rollstuhl (Archiv)
Foto: via dts Nachrichtenagentur
Dortmund- Der Vorsitzende der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, fordert die Bundesregierung auf, kommerzielle Sterbehilfe zu verbieten. „Immer mehr Sterbehilfe-Anbieter drängen auf den Markt“, sagte Brysch der „Rheinischen Post“. „Selbst Bestatter und Ärzte tun sich zusammen und steigen in das Geschäftsmodell der organisierten, bezahlten Selbsttötung ein.“
Es gebe eine radikale Zunahme der Angebote. „Schon jetzt werden mindestens 1.300 organisierte assistierte Suizide pro Jahr gezählt“, sagte er. „Die Dunkelziffer dürfte aber höher sein, da selbst Einzelunternehmer aktiv sind.“
Der Bundestag sei „dringend aufgefordert, den Profit mit der Selbsttötungs-Assistenz endlich zu verbieten“, so der Patientenschützer. „Ebenso muss das Handeln des einzelnen Sterbehelfers strafrechtlich in den Blick genommen werden. Er hat zweifelsfrei sicherzustellen, dass der Suizid selbstbestimmt gewünscht wird und die Entscheidung ohne Einfluss sowie Druck seitens Dritter zustande kommt. Eine gesetzliche Regelung aus der Mitte des Parlaments ist überfällig.“
Es gelte, Licht ins Dunkel zu bringen. „Die Fälle müssen systematisch in der Sterbestatistik erfasst werden. Solche Zuwachsraten in wenigen Jahren sind in Europa beispiellos. Verantwortlich dafür ist auch ein gesellschaftlicher Diskurs, der Pflege und Alter nur noch als Last definiert.“
Brysch kritisierte die aktuelle Debatte über die Finanzierung des Gesundheitssystems. „Selbst bei der Finanzreform der Krankenkassen wird ausschließlich über Geld, aber nicht mehr über Inhalte geredet. Bei den Betroffenen, oft betagten Menschen, die nicht akut sterbend sind, kommt eine solche kalte Kostenrechnung an“, sagte er. „Davon profitieren vor allem die Selbsttötungsanbieter. Das Geschäftsmodell mit dem Tod spült heute schon jährlich mehr als sechs Millionen Euro in ihre Kassen.“ (dts Nachrichtenagentur)
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