Dienstag, 27. Juli 2021

Partnerschaft SÜW-Ruanda: Trotz Corona Häuser fertig gestellt und bezogen

4. Februar 2021 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße

Endlich können auch benachteiligte ruandische Familien menschenwürdig wohnen.
Quelle: Ruanda-Verein SÜW

SÜW/Ruanda. Am 7. Juni 1985 unterzeichneten der damalige Landrat Walter Link und Vertreter aus der Gemeinde Cyeru die Partnerschaft mit dem Landkreis SÜW.

Im Jubiläumsjahr konnte nun trotz der Einschränkungen durch Corona ein besonderes Projekt umgesetzt werden: der Bau von zehn Häusern für Familien aus einer Gemeinschaft, die am Rande der Gesellschaft leben. Finanziert wurde das Projekt, das gemeinsam mit dem Ruanda-Verein Wachenheim getragen wird, mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz.

Im Dezember war Bauabnahme durch den Leiter des Partnerschaftsbüros,  Michael Nieden, und die Häuser konnten direkt bezogen werden.
Ursprünglich wollte Landrat Dietmar Seefeldt das 35-Jahr-Jubiläum und die Partnerschaft zum zentralen Thema des letztjährigen Kreisempfangs machen.

„Wir wollten damit auf die Partnerschaft aufmerksam machen, auch um in SÜW weitere Mitstreiter für die Vereinsarbeit zu gewinnen.“ Hierzu waren unter anderem eine Ausstellung im Kreishaus und die Vorstellung des Projektes geplant.

Der Kreisempfang konnte nicht stattfinden und auch das Projekt in Ruanda hatte sich aufgrund der Corona-Maßnahmen vor Ort verschoben. Umso erfreulicher war die Nachricht, dass die Gebäude in 2020 fertiggestellt werden konnten und die Unterstützung wie geplant vor Ort ankam.

Der Vereinsvorsitzende Marcus Ehrgott hat sich vor vier Jahren selbst ein Bild von der Situation gemacht. „Es ging darum, diese Gemeinschaft zu unterstützen, damit sie sich integrieren kann. Vor einigen Jahrzehnten lebten viele dieser Familien noch sehr traditionell als Jäger und hatten kaum Anschluss an die Gesellschaft und damit auch nicht an die gesellschaftliche Entwicklung.“

Bereits unter seinem Vorgänger Willi Meckes unterstützte der Verein die Familien über Projekte und auch Ruanda selbst ist sehr an einer besseren Integration gelegen.

Von den Kosten in Höhe von 80.634,89 Euro übernimmt das Land Rheinland-Pfalz 64.507,91 Euro. Der Partnerschaftsverein SÜW und der Ruanda-Verein aus Wachenheim tragen jeweils 8.063,49 Euro.

Koordiniert wird der Bau über das Partnerschaftsbüro des Landes in Kigali. Die Häuser selbst sind in einfacher Ausführung errichtet, verfügen über Zisternen und sanitäre Anlagen.

Dabei gehen sie nicht ins Eigentum der Familien über, sondern stehen langfristig für Familien in prekären Situationen zur Verfügung. Denn oberstes Ziel des Projektes ist es, die Familien so zu unterstützen, dass sie eigenständig in der Gesellschaft leben können.

„Für uns ist wesentlich, dass wir Partner vor Ort haben, die die Umsetzung koordinieren und dass es mit dem Bau der Häuser allein nicht getan ist.“, skizziert Marcus Ehrgott das weitere Vorgehen und betont die Bedeutung der bundesweit vorbildlichen Partnerschaft des Landes.
Wichtig sei eine weitere Begleitung der Familien auf dem Weg in die Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund sei gerade dieses Projekt langfristig angelegt und auf Unterstützung angewiesen.

Hier sucht der Verein noch Partner und könnte sich gut vorstellen, dass eine Schule sich dieses Themas annimmt.

In solchen Behausungen mussten die Menschen früher wohnen.
Quelle: Ruanda-Verein SÜW

Zur Partnerschaft:

Am 7. Juni 1985 wurde die Partnerschaft zwischen der Gemeinde Cyeru und dem Landkreis Südliche Weinstraße besiegelt. Nach dem Beginn der Partnerschaft des Landes Rheinland- Pfalz im Jahre 1982, setzte man an der Südlichen Weinstraße den Gedanken einer so genannten Graswurzelpartnerschaft konsequent um.

Im Vordergrund stand die direkte Unterstützung von Gemeinde zu Gemeinde und die Begegnungen von Menschen aus diesen. 2015 wurde Cyeru im Rahmen einer Verwaltungsreform in „Distrikt Burera“ umbenannt und umfasst heute 17 Sektoren. In den 35 Jahren hat der Verein ca. 250.000 Euro Spenden gesammelt und mit diesem Geld Projekte initiiert und finanziert.

Unter anderem wurden der Bau und Ausbau von Schulen gefördert und Projekte unterstützt, über die Waisenkinder einen Schulbesuch ermöglicht bekommen haben.

Kontakt: Geschäftsführer Dr. Andreas Imhoff, andreas.imhoff@suedliche-weinstrasse.de

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