Montag 12.Oktober 2026

Parteienstreit um Söders „Mehrarbeits-Stunde“: SPD schießt scharf, Union, AfD und Liberale zustimmend

2. Februar 2026 | Kategorie: Politik

Büros (Archiv)
Foto: via dts Nachrichtenagentur

Berlin– Der Vorschlag von CSU-Chef und bayerischem Ministerpräsidenten Markus Söder, die Deutschen sollten pro Woche eine Stunde mehr arbeiten, um Wirtschaftswachstum, Rentensicherung und Konjunktur zu stärken, hat eine hitzige Debatte ausgelöst.

Söder betonte in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“, eine solche Mehrarbeit sei „wirklich nicht zu viel verlangt“ und würde „enorm viel“ bringen – ohne Zwang, sondern mit Anreizen wie steuerfreien Überstunden.

Die SPD kritisiert den Vorstoß scharf: Die arbeitspolitische Sprecherin Annika Klose nannte ihn „fragwürdig“ und „ein bisschen daneben“. Sie warf Söder vor, Arbeitnehmern Faulheit zu unterstellen, obwohl diese bereits sehr viel leisteten.

Viele wollten lieber mehr in Vollzeit arbeiten, könnten es aber wegen hoher Kinderbetreuungskosten (besonders in Bayern) nicht. Klose: „Auf den Arbeitnehmern rumzuhacken, finde ich unverschämt.“

Das Thema gehöre in Tarifverhandlungen der Sozialpartner, nicht in die Politik – Söder lenke nur von anderen Themen ab. Die Reaktionen der anderen Parteien fallen klar getrennt aus:

CDU/CSU: Als Urheber unterstützt die Union den Ansatz. Söder und Parteifreunde sehen in freiwilliger Mehrarbeit und Flexibilisierung (z. B. wöchentliche statt täglicher Höchstarbeitszeit) einen Schlüssel gegen Fachkräftemangel und für mehr Produktivität.  CSU-Anhänger befürworten das laut Umfragen mehrheitlich.

FDP: Die Liberalen begrüßen den Vorstoß stark. Sie fordern mehr individuelle Freiheit, Deregulierung und Anreize statt Zwang – Mehrarbeit passe perfekt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und gegen Stagnation.

AfD: Die Partei zeigt Sympathie für Söders Idee und sieht darin einen richtigen Impuls gegen wirtschaftlichen Abstieg. Sie kritisiert oft „Faulheitsförderung“ durch zu hohe Sozialleistungen und Regulierungen – mehr Leistung und Flexibilität seien notwendig, um Deutschland wieder stark zu machen.

Grüne: Deutliche Ablehnung. Sie halten den Vorschlag für rückwärtsgewandt und priorisieren Work-Life-Balance, Schutz vor Burnout sowie Investitionen in Technologie und Bildung statt längerer Arbeitszeiten.

Linke: Scharfe Zurückweisung als Angriff auf Arbeitnehmerrechte. Die Partei fordert stattdessen kürzere Arbeitszeiten (z. B. 4-Tage-Woche), höhere Löhne und Umverteilung von Reichtum – nicht längeres „Schuften“ für die Falschen. (dts/red)

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