Montag, 19. Oktober 2020

Offenbach: Queichwiesenprojekt eingeweiht

15. Mai 2014 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Regional

Bürgermeister Axel Wassyl betätigt die Kurbel des neu instandgesetzten Queichwehrs, welches das wieder hergestellte Bewässerungssystem mittels Wiesengräben aktiviert. Landrätin Theresia Riedmaier (Bildmitte), Ortsbürgermeister Otto Paul (links daneben) und Wässerwart Theo Humbert (ganz links) beobachten die Aktion.

Offenbach – Als einen großen Tag für die Verbandsgemeinde Offenbach und die Gemeinden Hochstadt und Offenbach bezeichnete Bürgermeister Axel Wassyl die Einweihungsfeierlichkeiten am 14. Mai mit dem Abschluss wohl des größten Projekts für den Gewässer- und Naturschutz sowie für die Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten.

In ihren Grußworten gingen Landrätin Theresia Riedmaier, die sich im Vorfeld der Maßnahme persönlich für die Finanzierung der Maßnahme durch das Land eingesetzt hat sowie der Vizepräsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Willi Tatge, auf die große Bedeutung dieser Maßnahme für den Gewässer- aber auch den Naturschutz in der Region ein.

Insbesondere die Fischdurchgängigkeit der Queich durch den Bau einer Fischtreppe sei ein wichtiger Baustein zur Erfüllung dieses Anspruchs, der unter anderem von der EU an die jeweiligen Mitgliedsländer gestellt wird.

Hochstadts Ortsbürgermeister Otto Paul stellte die Bedeutung der wieder instand gesetzte Wiesenbewässerung auf der Hochstadter Gemarkung für die Landwirtschaft besonders heraus.

Der aus der Schweiz angereiste Prof. Christian Leibundgut, Direktor des Zentrums für Wasserforschung an der Universität Freiburg erläuterte den Kulturerbe-Status, den die Queichwiesen inne haben. Dieses Gebiet sei eine der bedeutendsten Kulturlandschaften im Bereich der traditionellen Wiesenbewässerung in Europa und in Deutschland beispiellos.

Die Queichwiesen spielen bei dem Prozess zur Anerkennung der traditionellen Wiesenbewässerung als UNESCO-Kulturerbe eine ganz bedeutende Rolle. Hier begegnet auf erfolgreiche Art und Weise die traditionelle Landwirtschaft in Form einer seit Jahrhunderten gepflegten Wiesenbewirtschaftung einem aus naturschutzfachlicher Sicht absolut schützenswerten Lebensraum.

Mit 84 Hektar bewässerte Wiesenflächen auf den Offenbacher Oberwiesen, 148 Hektar auf den Niederwiesen in Offenbach und mit den nun wieder intakten 96 Hektar Bewässerungsfläche auf den Hochstadter Wiesen liegen in der Verbandsgemeinde Offenbach nun 328 Hektar traditionell bewässerte und bewirtschaftete Wiesen, die durch die regelmäßige Bewirtschaftung auf naturverträgliche Art und Weise eine enorme Bedeutung für den Artenschutz haben.

Gemeinsam mit den etwa 320 Hektar, die auf der benachbarten Gemarkung Ottersheim liegen, ist dies ein Refugium, welches in ganz Europa seinesgleichen sucht.

Bürgermeister Axel Wassyl dankte allen, die zum Gelingen des Projekts beigetragen hatten. In diesem Zusammenhang sprach er großen Dank dem Umweltministerium Rheinland-Pfalz aus, ohne dessen großzügige Förderung dies nicht möglich gewesen wäre. Zu den Gesamtkosten von 1.129.000 Euro sind Fördermittel in Höhe von 760.900 Euro bereits bewilligt. Der Bewilligungsbescheid über die Restmittel in Höhe von 255.000 Euro wird in Kürze zugestellt, so dass insgesamt 1.015.900 Euro an Fördergeldern des Landes geflossen sind.

Dies sei viel Geld, aber ein gut angelegtes Geld für den Erhalt einer einzigartigen Kulturlandschaft, gleichzeitig aber auch Verpflichtung, behutsam mit diesem Areal umzugehen, so Wassyl abschließend. (red)

 

 

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