
Symbolfoto: Pfalz-Express
Kaiserlautern – Nach dem Tod des 22-Jährigen infolge der Messerattacke in der Innenstadt von Kaiserslautern hat sich Polizeipräsident Hans Kästner ausführlich zur Sicherheitslage geäußert.
Die Tat hatte am Samstag in der Fruchthallstraße für Entsetzen gesorgt.
„Mit großer Bestürzung und Trauer müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass trotz aller polizeilichen Anstrengungen und Maßnahmen der letzten Monate ein brutales Tötungsdelikt am helllichten Tag in unserer Innenstadt verübt wurde. Mein tiefstes Mitgefühl gilt den Angehörigen des Opfers, die einen geliebten Menschen verloren haben. Ein solches Verbrechen erschüttert uns alle und berührt die Grundfesten unseres Zusammenlebens sowie das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zutiefst“, so Polizeipräsident Hans Kästner.
Er dankte den Ersthelfern und den Einsatzkräften: „Besonderer Dank gilt an dieser Stelle den Ersthelferinnen und Ersthelfern, die in dieser Situation sofort und selbstlos gehandelt haben. Sie haben dem Opfer in einer ausweglos erscheinenden Lage beigestanden und damit Menschlichkeit und Zivilcourage bewiesen. Dafür verdienen sie unseren größten Respekt und Dank. Ebenso möchte ich den Einsatzkräften danken, die die Rettungsmaßnahmen unterstützten und den mutmaßlichen Täter in kürzester Zeit festgenommen haben.“
Der Leiter des Polizeipräsidium Westpfalz machte deutlich, dass die Tat trotz verstärkter Maßnahmen seiner Meinung nach nicht verhindert werden konnte. „Trotz verstärkter Streifenpräsenz, präventiver Maßnahmen, aber auch erfolgreichen Ermittlungsverfahren ist es nicht gelungen, diese schreckliche Tat zu verhindern. Das zeigt uns, dass absolute Sicherheit nicht garantiert werden kann – aber es darf uns nicht entmutigen.“
Seit seinem Amtsantritt im Januar 2024 habe man ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt, das insbesondere die Kaiserslauterer Innenstadt in den Blick nimmt. Das mehrstufige Einsatz- und Ermittlungskonzept werde fortlaufend überprüft und angepasst. Dazu zählen eine detaillierte Analyse der Lageentwicklung, enge Netzwerkarbeit sowie eine konsequente, täterorientierte Strafverfolgung. Neben sichtbarer Präsenz setzt die Polizei auch auf verdeckte Kräfte.
„Wir werden in unserem Einsatz für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger nicht nachlassen. Die polizeiliche Präsenz in der Innenstadt wird weiter verstärkt, unsere Ermittlungen laufen auf Hochtouren, und wir werden alle rechtlich und taktisch verfügbaren Mittel nutzen, um dem Sicherheitsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger Rechnung zu tragen.“, so Hans Kästner.
Auch der öffentliche Personennahverkehr rückt stärker in den Fokus. „Die Einsatzkräfte werden nicht nur das Messertrageverbot in Bussen und Bahn in den Fokus nehmen, sondern es auch polizeibekannten Personen zunehmend „unangenehm“ zu machen. Ein erklärtes Ziel ist es, die Tatgelegenheitsstrukturen zu beeinflussen, also die Bedingungen oder Umstände, die eine Begehung von Straftaten – insbesondere mit Messern – erschweren.“
Unterstützung erhält das Polizeipräsidium dabei von der Bereitschaftspolizei des Polizeipräsidium Einsatz, Logistik und Technik. Zudem sind in Abstimmung mit der Stadt gemeinsame Streifen von Ordnungsbehörde und Polizei vorgesehen.
„Ort der Vielfalt und des Austauschs“
Kästner betonte zugleich, dass die Innenstadt nicht als Brennpunkt abgestempelt werden dürfe: „Die Innenstadt ist kein Ort mit überdurchschnittlicher Kriminalität. Vielmehr handelt es sich um einen Ort der Vielfalt, des Austauschs und der Lebensqualität. Hier treffen sich Menschen zum Einkaufen, Flanieren, Feiern und Arbeiten. Cafés, Kulturangebote und öffentliche Plätze machen die Innenstadt zu einem lebendigen Raum, der von allen Generationen und Bevölkerungsgruppen genutzt wird. Die Zahlen zeigen, dass die Innenstadt kein Brennpunkt, sondern ein Ort der Begegnung und des Miteinanders ist.“
Abschließend formulierte der Polizeipräsident einen klaren Appell: „Wir wollen das Sicherheitsgefühl der Menschen stärken – durch Sichtbarkeit, durch schnelle Reaktion und durch den unermüdlichen Einsatz aller Polizeikräfte. Gemeinsam mit der Stadt, den Behörden und der Bevölkerung werden wir alles tun, um solche Taten in Zukunft zu verhindern.“ Und weiter: „Bleiben Sie wachsam, melden Sie Auffälligkeiten und stehen Sie zusammen. Nur so können wir unsere Stadt sicherer machen.“

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