
Bürgermeister Stefan Ulrich und Oberin Barbara Baltus mit einem Heimbewohner.
Quelle: DRK-Schwesternschaft Rheinpfalz-Saar e. V.
Neustadt. Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz hat das Projekt „Gesundheits- und Begegnungszentrum Rotkreuzstift“ der DRK Schwesternschaft Rheinpfalz-Saar e.V. als Modellvorhaben zur Förderung ausgewählt.
Das bis Ende 2027 laufende Pilotprojekt öffnet die stationäre Altenpflegeeinrichtung Rotkreuzstift ins Quartier und bietet den Menschen der Nördlichen Vorstadt und des Schöntals künftig niedrigschwellige sowie pflegerisch-therapeutische Leistungen.
Ziel ist es, durch Präventionsmaßnahmen Betroffene, Familien und gesellschaftliche Strukturen zu entlasten und das Rotkreuzstift zu einem lebendigen Zentrum der Stadtteilkultur in einem bislang strukturschwachen Quartier zu entwickeln.
Für die Menschen im Quartier
Die Angebote der sozialen Betreuung – wie Gedächtnistraining, Sturzprophylaxe und Mobilitätsübungen – werden für alle Quartiersbewohner geöffnet. Ergänzt werden diese durch vielfältige ehrenamtliche Angebote. „Wir sind stolz darauf, dass das MASTD unseren breiten Ansatz für die Menschen im Quartier als förderungswürdig eingestuft hat“, sagt Projektleiterin Dr. Elke Rudolph.
„Unsere Vision ist es, als Gesundheitszentrum zu unterstützen und als Begegnungszentrum für Menschen gleich welchen Alters nach ihren Fähigkeiten Beteiligungsmöglichkeiten zu schaffen.“Das Rotkreuzstift stellt Räumlichkeiten, Außenbereiche und seine langjährige Expertise zur Verfügung.
Mögliche Angebote reichen von Podologie und Ergotherapie über ein Nachmittags-Café bis hin zu weiteren therapeutischen Unterstützungsangeboten. Als erster konkreter Baustein steht in Kürze das neue Wundversorgungszentrum zur Verfügung, in dem spezialisierte Pflegefachkräfte chronische und schwer heilende Wunden (z. B. diabetischer Fuß, Ulcus cruris) behandeln.
Für die Bewohner und gegen den Pflegenotstand
„Seit jeher sind wir ein offenes Haus, weil soziale Teilhabe sich nachweislich positiv auf das Sprachvermögen, die intellektuelle Regsamkeit und allgemein Lebensqualität und Gesundheit auswirkt“, erklärt Barbara Baltus, Vorsitzende der DRK Schwesternschaft und Einrichtungsleitung des Rotkreuzstifts.
Pflegebedürftige Menschen sollen in ihrem angestammten Lebensgebiet bleiben und weiter am Quartier teilhaben können. Gleichzeitig entlastet die Verzahnung von stationärer und ambulanter Pflege die Einrichtungen im Pflegenotstand und schafft attraktive Arbeitsplätze für Mitarbeitende und Ehrenamtliche.
Wissenschaftlich begleitetes Baukastensystem
Das Projekt ist als flexibles Baukastensystem konzipiert. Im Förderzeitraum werden schrittweise Gesundheitsangebote, Versorgungsleistungen und Beteiligungsmöglichkeiten umgesetzt. Die Diploma Hochschule begleitet das Vorhaben wissenschaftlich mit Bedarfsanalyse und regelmäßigen Feedbackrunden. „Uns ist es sehr wichtig, das Quartier intensiv in diese spannende Entwicklung einzubeziehen“, betont Barbara Baltus.
„Mit dem Wundversorgungszentrum stehen wir in den Startlöchern, weitere Bausteine sind in Planung. In welche Richtung sich das Zentrum noch entwickelt, das bestimmen die Menschen im Quartier mit.
“Wer Ideen hat oder sich einbringen möchte, kann sich per E-Mail an info@rotkreuzstift.de melden. Eine eigene Homepage für das Modellvorhaben ist in Vorbereitung und wird unter www.rotkreuzstift.de erreichbar sein.
Aktuelle Informationen gibt es auch über die Facebook-Seite der DRK Schwesternschaft (@rotkreuzschwestern.neustadt bzw. „DRK Schwesternschaft Rheinpfalz-Saar e.V.“).
Offizieller Auftakt am 7. Mai
Den offiziellen Auftakt bildete am 7. Mai 2026 ein Pressetermin mit Konzeptvorstellung und Begehung des Rotkreuzstifts. Bürgermeister Stefan Ulrich hob hervor, dass Neustadt eine zu Überalterung neigende Stadt sei. Viele Menschen wollten zuhause alt werden, doch fehlende familiäre Unterstützung in der Nähe mache Angebote zur Prävention und ambulanten Hilfe dringend notwendig.
An der Pflege und Betreuung der 60 Bewohnerinnen und Bewohner des Rotkreuzstifts ändert sich nichts – ihr Angebot an Aktivitäten, Kontakten und Gesundheitsleistungen wird jedoch deutlich erweitert.
Dr. Elke Rudolph benannte eine Vielzahl möglicher Angebote und unterstrich, dass die Umsetzung maßgeblich von den Bedarfen im Quartier abhänge. Als erstes sichtbares Zeichen wird das Sommerfest des Rotkreuzstifts Ende Juni für die Menschen im Quartier geöffnet; Einladungen folgen in Kürze.
Barbara Baltus nannte den Pressetermin den „Spatenstich“ für das Projekt und erklärte: „Als mir dieses tolle Projekt vorgestellt wurde, musste ich nicht zweimal überlegen – das passt zu uns.“Slawomir Zulewski vom DRK Landesverband Saarland betonte den großen Bedarf an qualifiziertem Wundmanagement.
Chronische Wunden bedeuteten neben Schmerzen häufig starke Einschränkungen im sozialen Leben – hier professionell Abhilfe zu schaffen, sei ein zentrales Ziel des neuen Zentrums.„Pflege und Gemeinschaft organisatorisch aus einer Hand, Unterstützung zur Selbsthilfe und die Schaffung einer zentralen Gesundheitsstruktur – nicht weniger schwebt uns vor“, fasste Projektleiterin Dr. Rudolph zusammen. „Das heißt für uns: miteinander füreinander im Quartier.“

Projektleiterin Dr. Elke Rudolph
Quelle: DRK-Schwesternschaft Rheinpfalz-Saar e. V.

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