
In Neustadt wurde jetzt eine Selbsthilfegruppe gegründet, rechts Organisatorin Karin Hurrle.
Foto: red
Neustadt. Großen Zuspruch fand das erste Treffen der Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ im Altenheim Rotkreuzstift der DRK-Schwesternschaft in Neustadt.
Die geladenen Gäste weihten bei einer kleinen Feierlichkeit den neuen Treffpunkt ein. So konnte Karin Hurrle an diesem Nachmittag neben der Einrichtungsleiterin des Rotkreuzstifts, Schwester Beate Gehlhar-Rupp, auch Carmen Ziegler von KISS Pfalz begrüßen, der Dachorganisation aller Selbsthilfegruppen.
Ebenfalls waren der Einladung die Diplom-Psychologin Gabriele Nicklis und Marion Adam von der AWO Pfalz gefolgt. Sabine Lüpcke-Roth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der DRK-Schwesternschaft Rheinpfalz-Saar e.V., überbrachte Grußworte von Oberin Heike Wagner. Nach regen Gesprächen und einem gegenseitigen Vorstellen war man sich schnell einig, dass eine Anlaufstelle in Neustadt für Menschen mit Depressionen und psychischen Erkrankungen dringend notwendig ist.
Den Betroffenen der Region wird dadurch die Möglichkeit gegeben, sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch zu treffen. Ein herzlicher Dank ging daher an Oberin Heike Wagner, die unbürokratisch für diese Treffen Räumlichkeiten zugesagt und Beate Gehlhar-Rupp und ihr Team für die Umsetzung in kürzester Zeit gesorgt hatte. Der Nachmittag bot auch Gelegenheit zur Vernetzung, um im Sinne der Menschen in und um Neustadt den Austausch zu fördern.
Karin Hurrle erinnerte an die vielen Aktivitäten, die sie seit der Gründung 2011 mit den Teilnehmern von Haßloch durchgeführt hatte. Auch an die Zeit, als sie bei der Kreisverwaltung Bad Dürkheim in der Besuchskommission tätig war, die unter anderem Betroffene besuchte, wenn diese in die psychiatrische Klinik der Sonnenwende eingeliefert wurden.
„Menschen mit psychischen Einschränkungen brauchen Inklusion und dürfen nicht vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden. Dafür muss die Politik entsprechende Gesetze schaffen, die auch umgesetzt werden müssen“, sagte Hurrle. Immer wieder käme es vor, dass Gruppenmitglieder kurzfristig die Klinik aufsuchen müssten.
Ein guter Kontakt mit den dortigen Fachärzten habe immer geholfen, persönliche Probleme zu lösen. Mit ihrer Helferin Cäcilia Janz stattet Hurrle Gruppenmitgliedern dort einen Besuch ab, wenn dies als erforderlich erachtet wird. „Ganz wichtig ist, mit den Betroffenen der Gruppe ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.
Bei Menschen mit psychischen Einschränkungen und Depressionen ist es tagesabhängig, ob sie die regelmäßigen Gruppentreffen besuchen können. Wichtig ist aber, dass Betroffene einen ständigen Ansprechpartner haben.“ Der Bedarf einer solchen Anlaufstelle um die Neustadter Region sei riesengroß, betonte die Leiterin.
Sie bekomme immer häufiger von Betroffenen aus Neustadt Anrufe. Da der Weg von Neustadt nach Haßloch nicht immer zu überwinden sei, hatten diese Personen bisher nicht die Möglichkeit, die Gruppentreffen zu besuchen.
Am Ende des Erfahrungsaustausches waren sich alle Anwesenden einig, dass es für Neustadt eine gute Sache ist, die Treffen der Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ im Altenheim Rotkreuzstift der DRK Schwesternschaft zu etablieren.
Hurrle teilt mit, dass sie bereits mit dem zuständigen Arzt der Median-Klinik in Bad Dürkheim, dem Gesundheitsamt Neustadt und den Wischern-Werkstätten Kontakt aufgenommen habe. Eine Kooperation mit solchen übergeordneten Stellen sei aus ihrer Sicht wichtig, um auf dem kurzen Dienstweg eine Lösung für diese Menschen zu finden.
Dem zuständigen Dezernenten von Neustadt, Bürgermeister Ingo Röthlingshöfer, war wegen internen Schulungen der Stadt die Teilnahme leider nicht möglich.
Das nächste Treffen in Neustadt findet am Donnerstag, 18. April, um 15 Uhr im Altenheim Rotkreuzstift in der Rotkreuzstraße 25 statt. Der Leiterin wurde bereits zugesagt, dass sie auch in Neustadt auf Helferinnen zurückgreifen kann. Näheres über die künftige Gruppenarbeit kann man unter Telefon 06324/981504 oder Mobil 0170/2784 150 und per E-Mail an privat@karin-hurrle.de erfahren.

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