Donnerstag, 26. November 2020

Mindestens 280 Tote durch Masern-Spätfolgen seit 2007 – 190.000 Tote durch Impflücken insgesamt

29. Dezember 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Gesundheit, Nachrichten, Politik
Foto: dts Nachrichtengentur

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Berlin  – Impflücken in der Bevölkerung können zu einer erheblichen Zahl von Todesfällen führen.

So sind in den vergangenen zehn Jahren „insgesamt etwa 190.000 Menschen in Deutschland an Erkrankungen gestorben, gegen die man impfen kann“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion.

Demnach starben seit 2007 mindestens 280 Personen an den Spätfolgen einer Masernerkrankung. Es sei jedoch von einer „deutlichen Untererfassung“ dieser „masernassoziierten“ Todesfälle auszugehen, heißt es in dem Papier.

Der FDP-Gesundheitspolitiker Wieland Schinnenburg geht davon aus, dass viele dieser Todesfälle durch eine Impfung hätten vermieden werden können. Der Bundesregierung wirft er vor, sich nicht ausreichend für eine Verbesserung der Impfquoten einzusetzen. „Das Engagement für eine Erhöhung der Impfquote muss deutlich verstärkt werden“, sagte Schinnenburg der „Welt“.

Im Vergleich zu andern Ländern gebe es in Deutschland einen „dringenden Nachholbedarf“, die Bevölkerung zu impfen.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, warnt, dass generell „jede versäumte Impfung“ zu einer Erkrankung führen könne. „Es gibt praktisch bei allen Impfungen und in allen Altersstufen Impflücken“, sagte Wieler.

Um zum Beispiel die Masern eliminieren zu können, sei eine Impfquote von 95 Prozent erforderlich, und es müssten die großen Masern-Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen geschlossen werden. „Viele wissen gar nicht, dass die Masern-Impfung allen nach 1970 geborenen Erwachsenen empfohlen wird, wenn sie in der Kindheit nicht oder nur einmal geimpft wurden oder wenn ihr Masern-Impfstatus unklar ist.“

Gefährlich sind nach Einschätzung Wielers vor allem auch die ungenügenden Impfquoten bei Mädchen gegen Humane Papillomviren (HBV), die im späteren Leben an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt sind, sowie die rückläufigen Influenza-Impfquoten und zu geringen Impfquoten gegen Pneumokokken bei Älteren.

„Die Impfquoten liegen hier jeweils unter 40 Prozent“, warnte Wieler. Aber gerade diese Erreger verursachten eine erhebliche Anzahl an Erkrankungen in der Bevölkerung – inklusive Todesfälle. (dts Nachrichtenagentur)

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