
Zwei Impfungen sind notwendig, um einen ausreichenden Schutz gegen die Maserninfektion aufzubauen. .Foto: dts Nachrichtenagentur
Mainz – Masern sind weltweit verbreitet und haben fälschlicherweise den Ruf , nur eine „harmlose“ Kinderkrankheit zu sein. Die Krankheitsfälle betreffen jedoch alle Altersgruppen.
Es können gravierende Komplikationen auftreten, von Lungenentzündung über Leberentzündung bis zur Gehirnhautentzündung. Die Sterblichkeitsrate liegt in etwa bei 3:1000.
Laut Robert Koch-Institut erkrankten 2012 in Deutschland 165 Menschen an Masern, 2013 waren es 1721. Durch die hohe Ansteckungsgefahr des Masernvirus verbreitet sich die Krankheit schnell, insbesondere wenn ein ausreichender Impfschutz fehlt.
Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium will nun mit einer Kampagne für die Risiken der Krankheit zu sensibilisieren und möglichst viele Menschen über einen ausreichenden Impfschutz aufklären.
Gesundheitsminister Alexander Schweitzer erklärte: „Bislang gibt es gegen Masern noch keine Therapie. Daher ist und bleibt die Impfung der beste und sicherste Schutz.“ Ein vollständiger Impfschutz werde laut vorliegenden Studien allerdings erst nach einer zweiten Impfung erreicht.
„Bei den Einschuluntersuchungen lagen wir in Rheinland-Pfalz zuletzt bei durchschnittlich 97,5 Prozent für die erste und 93,9 Prozent für die zweite Masernimpfung“, zog Schweitzer eine positive Bilanz der Landesaktivitäten bei der Masernbekämpfung in der Schule.
„Eine Impflücke zeigt sich aber nach einer Befragung des Landesuntersuchungsamtes in Landau bei Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind und als Kind nicht oder nur einmal geimpft wurden.“
Die Ständige Impfkommission (STIKO), die am Robert Koch-Institut angesiedelt ist, hat daraufhin 2010 eine entsprechende Impfempfehlung für diese Zielgruppe herausgegeben.
„Um uns dieser Herausforderung zu stellen, haben wir in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern unseresLandes erste Projekte entwickelt, die uns zeigen sollen, wie die Resonanz und der Bedarf unter den jungen Erwachsenen ist. Die Gruppen, die wir ansprechen, kommen aus unterschiedlichen Bereichen – von der Polizeianwärterin bis zum Altenpflegeschüler; vom Studierenden der Kunstgeschichte bis zum Auszubildenden im Metzgerhandwerk“, so Schweitzer.
Die Kampagne wurde in Kooperation mit den Gesundheitsämtern Mainz-Bingen, Trier-Saarburg und des Landeskreises Rhein-Hunsrück sowie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Landeszentrale für Gesundheitsförderung Rheinland-Pfalz e.V. entwickelt.
Den Auftakt der Impfaktionen bildeten die Berufsbildenden Schulen in Mainz und Simmern. Die Schüler insbesondere in den Gesundheitsfachberufen wurden für das Thema sensibilisiert, ihre Impfausweise geprüft und wenn nötig, eine Impfung gegeben. Den Studierenden der Landespolizeischule Rheinland-Pfalz stehen in den kommenden Wochen mehrere Impftermine zur Wahl, an denen sie ihre Masernimpfungen überprüfen lassen oder erhalten können.
Eine weitere Impfaktionen finden an der Universität Trier statt, wo Studierende des Wintersemesters 2013/2014 und des Sommersemesters 2014 über die Aktion informiert und zu Terminen eingeladen werden, bei denen Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Trier-Saarburg bereitstehen, kontrollieren, informieren und impfen.
Schweitzer: „Sind viele Menschen geimpft, dann sind auch viele direkt geschützt und können sich nicht infizieren. Zudem wird die Weiterverbreitung des Virus gestoppt und die Übertragung auf besonders anfällige Personengruppen verhindert. Von einer ausreichend hohe Impfquote über 95 Prozent profitieren in Folge auch Menschen, die die Impfung beispielsweise aus grundsätzlichen Erwägungen ablehnen oder aufgrund einer Vorerkrankung oder Schwangerschaft nicht geimpft werden können.“
Die Kampagne zielt auch darauf, einen Überblick über Wissensstand, Impfbereitschaft und Durchimpfungsgrad dieser Altersgruppe zu bekommen. Erste Ergebnisse sollen in der nächsten Sitzung der rheinland-pfälzischen Impfkommission Mitte des Jahres vorgestellt werden.
Weitere Informationen finden auf http://www.impfen-info.de/impfpass . (red)
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