
Bundeswehrsoldat in Mali.
Foto: Pfalz-Express
Bamako – In Mali haben aufständische Soldaten mehrere Regierungsmitglieder festgesetzt, auch Staatspräsident Keita und Regierungschef Cissé.
Zuvor hatten sie eine Militärbasis in Kati, etwa 15 Kilometer von Bamako entfernt, unter ihre Kontrolle gebracht und sich von dort aus in Richtung Hauptstadt bewegt. Keita erklärte schließlich in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache seinen Rücktritt – wohl nicht ganz freiwillig.
Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich entsetzt. „Wir verurteilen entschieden den Versuch, in Mali eine verfassungswidrige Übernahme der Macht durch das Militär herbeizuführen“, sagte Maas. Die Soldaten müssten in ihre Kasernen zurückkehren und die Festsetzung von Regierungsmitgliedern beenden.
Die Bundeswehr ist neben einer EU-Ausbildungsmission im Norden Malis auch am UN-Einsatz in dem westafrikanischen Land beteiligt. Der Bundestag erlaubt die Entsendung von bis zu 1.100 deutschen Soldaten, das Mandat gestattet auch den Einsatz von Waffen.
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will die deutschen Soldaten aber vorerst nicht aus dem westafrikanischen Land zurückziehen. Man müsse die Lage aber weiter beobachten, sagte die Ministerin dem Fernsehsender „Welt“. Sie habe sich am Dienstagabend noch beim Einsatzführungskommando über die Lage vor Ort informiert.
„Die gute Nachricht ist: Unserer Truppe geht es gut. Alle sind sicher.“ Alle seien zurückbeordert worden in die Liegenschaften. Die Sicherheitsvorkehrungen seien zudem erhöht worden. „Unsere Truppe ist bisher nicht beeinträchtigt, auch nicht die anderen internationalen Kräfte“, so die CDU-Chefin.
Einen möglichen Abzug der deutschen Truppen müsse man gemeinsam mit dem Verantwortlichen der UN-Mission und der europäischen Mission besprechen. „Es ist im Moment noch nicht genau abzusehen, was die Absicht der Putschisten ist.“ Sie hätten angekündigt, dass es Neuwahlen geben und dass man sich an die internationalen Vereinbarungen halten werde. „Ob das wirklich der Fall sein wird, das wird man erst in den nächsten Tagen sehen können“, so Kramp-Karrenbauer. (dts Nachrichtenagentur/red)

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